Micron Aktie: Aufwärtsschwung bestätigt!
Micron setzt seinen Höhenflug fort – und das nicht zufällig. Der Speicherchip-Spezialist spannt seine Kapazitäten für KI-Speicher bis an die Grenze und kauft sich nun zusätzlich Fertigung in Taiwan ein. Parallel schieben mehrere große Investmenthäuser ihre Kursziele deutlich nach oben. Im Kern geht es um eine Frage: Reicht der Ausbau, um die extreme Knappheit bei KI-fähigem Speicher zu nutzen, bevor der Zyklus dreht?
Strategischer Zukauf in Taiwan
Haupttreiber der aktuellen Kursdynamik ist eine klare Wette des Managements auf anhaltend hohe Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger.
Am 21. Januar hat Micron eine Letter of Intent zur Übernahme der P5-Fertigungsanlage in Tongluo, Taiwan, von Powerchip Semiconductor Manufacturing (PSMC) im Volumen von 1,8 Milliarden US-Dollar bekanntgegeben. Die Anlage umfasst unter anderem einen rund 300.000 Quadratfuß großen Reinraum und soll gezielt für HBM- und fortgeschrittene DRAM-Kapazitäten genutzt werden.
Die Eckpunkte der Transaktion:
- Asset: PSMCs P5-Fab inklusive umfangreicher Reinraumfläche
- Ziel: Ausbau der HBM-Produktion für KI-Rechenzentren
- Timing: Abschluss der Transaktion voraussichtlich im zweiten Quartal 2026, zusätzlicher DRAM-Wafer-Output ab der zweiten Jahreshälfte 2027
Analysten sehen darin einen kapitaleffizienten Weg, die Produktion schneller hochzufahren, als es ein kompletter Neubau erlauben würde. Im Vergleich zu Microns laufendem Mega-Fab-Projekt in New York verschafft die P5-Fab einen zeitlichen Vorsprung in einem Markt, in dem jede zusätzliche Kapazität sofort gefragt ist.
Analysten drehen Kursziele deutlich hoch
Die Nachricht aus Taiwan traf auf einen ohnehin euphorischen KI-Sektor – und löste eine Welle teils kräftiger Kurszielanhebungen aus.
Zwischen dem 21. und 22. Januar reagierten mehrere große Häuser:
- BNP Paribas Exane setzte das Kursziel auf ein Street-High von 500 US-Dollar (zuvor 270) und bestätigte „Outperform“.
- TD Cowen erhöhte auf 450 US-Dollar (von 300) mit Verweis auf sich verschärfende Engpässe im Speichermarkt.
- Stifel hob das Ziel auf 360 US-Dollar an (von 300) und bleibt bei „Buy“.
- Barclays schloss sich mit einem Ziel von 450 US-Dollar dem optimistischen Konsens an.
Zusätzlichen Rückenwind brachte ein Signal aus der Politik: US-Handelsminister Howard Lutnick stellte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos einen möglichen Investitionsplan über 1 Billion US-Dollar für die US-Halbleiterindustrie in Aussicht. Das sorgte für einen breiten Aufschwung im Chipsektor, von dem neben Micron auch Intel und Nvidia profitierten.
Kursseitig spiegelt sich die Euphorie in einem Sprung auf ein frisches 52‑Wochen-Hoch von 388,63 US‑Dollar wider, was auch den starken Anstieg in den vergangenen zwölf Monaten unterstreicht.
AI-Superzyklus und Kapazitätsengpässe
Inhaltlich passt Microns Schritt nach Taiwan in ein größeres Bild: den AI-Superzyklus. Generative-KI-Rechenzentren verschlingen enorme Mengen an High-End-Speicher, und genau hier positioniert sich das Unternehmen aggressiv.
Im jüngsten, im Dezember 2025 vorgelegten, ersten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 13,64 Milliarden US‑Dollar – ein Plus von 56,7 % gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Erwartungen. Der Gewinn je Aktie lag mit 4,78 US‑Dollar klar über den Konsensschätzungen von 3,77 US‑Dollar. Operativ läuft es damit so gut wie nie.
Besonders wichtig: Das Management hat bestätigt, dass die gesamte HBM-Kapazität für das Kalenderjahr 2026 bereits vollständig vertraglich vergeben ist. Diese „ausverkaufte“ Situation verschafft Micron Preissetzungsmacht; nach Unternehmensangaben sollen die Preise für Speicher im ersten Quartal 2026 allein um 40–50 % steigen.
Parallel verschiebt die Firma ihren Fokus weg von margenschwächeren Konsumeranwendungen hin zu Enterprise- und Cloud-Kunden. Die schrittweise Einstellung bestimmter Consumer-Produkte unter der Marke „Crucial“ macht diesen Strategiewechsel greifbar.
Im Wettbewerb mit SK Hynix und Samsung arbeitet Micron daran, den Rückstand im HBM-Segment aufzuholen. Ziel ist ein Marktanteil von rund 25 % bis Ende 2026. Der Zukauf der P5-Fab gilt als wichtiger Hebel, um diese Marke früher zu erreichen, da zusätzliche Kapazität gezielt auf HBM ausgerichtet werden kann.
Ausblick: 400‑Dollar-Marke und nächste Termine
Kurzfristig richtet sich der Blick vieler Investoren auf die 400‑US‑Dollar-Marke als psychologisch und technisch relevante Zone. Ein stabiler Ausbruch darüber könnte weiteren institutionellen Zufluss begünstigen, zumal die neuen Kursziele nun bis 500 US‑Dollar reichen.
Fundamental hängen die nächsten Monate vor allem an zwei Punkten: der reibungslosen Umsetzung der Kapazitätserweiterung – inklusive schneller Integration der P5-Fab – und der Frage, wie lange der aktuelle Aufschwung bei Speicherpreisen anhält. Da die Angebotsknappheit aus heutiger Sicht mindestens bis 2027 reichen dürfte, stützt das Szenario derzeit eine weiter hohe Bewertung.
Der nächste fest eingeplante Prüfstein ist der Bericht zum zweiten Fiskalquartal 2026, der für den 18. März 2026 erwartet wird. Bis dahin dürfte der Markt vor allem auf die Entwicklung der Spotpreise für Speicher und auf politische Signale zur konkreten Ausgestaltung der angekündigten US-Halbleiterinvestitionen achten.
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