Micron Aktie: Analysten drehen auf
Micron heizt die Fantasie rund um Speicherchips für künstliche Intelligenz weiter an. Ein aggressiver Kurszielsprung durch HSBC, starke Zahlen und eine strategische Fabrikoffensive in Taiwan liefern reichlich Stoff für Optimismus. Die zentrale Frage: Reicht diese Kombination, um den steilen Aufwärtstrend weiter zu tragen?
Aggressive Kursziele und Fabrik-Deal
Zum Start ins Wochenende sorgte vor allem eine neue Einstufung von HSBC für Rückenwind. Die Bank hob ihr Kursziel für Micron von 350 auf 500 US‑Dollar an und blieb beim Rating „Buy“. Auf Basis des aktuellen Niveaus signalisiert das ein weiteres Aufwärtspotenzial von rund 25 Prozent und knüpft an mehrere bereits zuvor angehobene Ziele an, etwa von TD Cowen mit nun 450 US‑Dollar.
Getrieben wird diese Zuversicht von einer klaren Kapazitätsstrategie. Am 17. Januar meldete Micron eine exklusive „Letter of Intent“ (LOI) zum Kauf der P5-Fertigungsstätte von Powerchip Semiconductor (PSMC) in Taiwan. Das geplante Volumen: 1,8 Milliarden US‑Dollar in bar. Der Abschluss wird – vorbehaltlich Genehmigungen und finalen Verträgen – bis zum zweiten Quartal 2026 erwartet.
Noch handelt es sich nicht um eine sofort vollzogene Übernahme, sondern um die formale Vorbereitung. Micron will die Anlage im Tongluo Science Park übernehmen und dann für die DRAM-Produktion ausrüsten. Ein spürbarer Wafer-Ausstoß wird in der zweiten Hälfte 2027 erwartet. Ziel ist es, das aktuell knappe Angebot an speicherstarken Bausteinen für KI-Anwendungen – insbesondere High Bandwidth Memory (HBM) – zu erweitern, der derzeit bei Hyperscalern und GPU-Herstellern stark nachgefragt ist.
Starke Zahlen und Insiderkauf
Rückenwind bekommt diese Strategie von einer sehr soliden Ausgangsbasis. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (veröffentlicht am 17. Dezember 2025) erzielte Micron einen Rekordumsatz von 13,64 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 57 Prozent im Jahresvergleich. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 4,78 US‑Dollar deutlich über der Konsensschätzung von rund 3,77 US‑Dollar.
Auffällig ist zudem das Verhalten im Managementumfeld. Zwischen dem 13. und 15. Januar kaufte Director Teyin Liu am Markt rund 23.200 Micron-Aktien für etwa 7,8 Millionen US‑Dollar. Ein solcher Zukauf in dieser Größenordnung wird von Marktbeobachtern als klares Vertrauenssignal in die längerfristige Entwicklung gewertet – zumal der Kurs bereits eine mehrjährige Rally hinter sich hat.
Während Wettbewerber wie Intel mit Umbau- und Restrukturierungsfragen beschäftigt sind, nutzt Micron die laufende „AI Supercycle“. Die HBM-Kapazitäten gelten für 2025 und große Teile des Jahres 2026 praktisch als ausverkauft, was dem Unternehmen Preisgestaltungsspielräume und eine gute Planbarkeit der Erlöse verschafft.
Wesentliche Punkte im Überblick:
- Rekordumsatz Q1 GJ 2026: 13,64 Mrd. US‑Dollar (+57 % YoY)
- Bereinigtes EPS: 4,78 US‑Dollar (deutlich über Konsens)
- Geplante Übernahme der P5-Fab von PSMC in Taiwan für 1,8 Mrd. US‑Dollar
- HBM-Kapazität für 2025 und weite Teile 2026 im Wesentlichen ausgebucht
- Insiderkauf von ca. 23.200 Aktien durch Director Teyin Liu (Volumen rund 7,8 Mio. US‑Dollar)
Ausblick und Chartbild
Der Blick richtet sich nun auf die Zahlen zum zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, die im März 2026 erwartet werden. Micron selbst gibt sich zuversichtlich: Für das laufende Quartal stellt das Management einen Umsatz von rund 18,7 Milliarden US‑Dollar in Aussicht. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 8,22 und 8,62 US‑Dollar liegen – eine klare Fortsetzung des Wachstumskurses.
Charttechnisch spiegelt der Kurs die positive Gemengelage wider. Die Aktie markierte am Freitag mit 401,40 US‑Dollar ein neues Allzeithoch und hat sich auf Sicht von zwölf Monaten nahezu vervierfacht. Damit ist der Titel weit von seinen gleitenden Durchschnitten entfernt, was den starken Aufwärtstrend, aber auch das bereits hohe Tempo der Bewegung unterstreicht.
Für die kommenden Monate bleibt entscheidend, ob Micron die ambitionierte Prognose im März untermauern und den Kapazitätsausbau wie geplant vorantreiben kann. Gelingt das, dürften sowohl die hohen Analystenziele als auch der Ausbau der KI-Speichersparte im Markt weiter Rückenwind für die Aktie liefern.
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