Micron Aktie: 200-Milliarden-Wette
Micron Technology plant Investitionen von über 200 Milliarden Dollar in neue US-Produktionsstätten bis 2030. Das Wall Street Journal berichtete am Wochenende über die massiven Ausbaupläne des Speicherchip-Giganten. Während Analysten die Kursziele nach oben schrauben, stellt sich die Frage: Trägt der KI-getriebene Boom die aktuelle Bewertung?
Gigantisches US-Fab-Programm nimmt Form an
Laut Bericht investiert Micron rund 50 Milliarden Dollar in zwei neue Fabriken in Idaho, etwa 100 Milliarden in eine Anlage nahe Syracuse im Bundesstaat New York und weitere 50 Milliarden in Forschung und Entwicklung. International kommen knapp 10 Milliarden für einen Standort in Hiroshima, Japan, sowie eine geplante Übernahme einer bestehenden Fabrik in Taiwan hinzu.
Die Pläne wurden ursprünglich im Juni 2025 angekündigt, als Micron verkündete, 40 Prozent seiner DRAM-Fertigung in die USA zurückzuholen. Seitdem sind die Speicherpreise massiv gestiegen – und Micron beschleunigt offenbar den Zeitplan.
Analysten erhöhen Kursziele deutlich
Mehrere Banken haben ihre Einschätzungen nach oben korrigiert:
- Deutsche Bank hob das Kursziel am 10. Februar von 300 auf 500 Dollar an. Die Analysten verweisen auf eine Verknappung bei DRAM, die bis 2027 oder 2028 anhalten könnte.
- Needham erhöhte das Ziel am 17. Februar von 380 auf 450 Dollar. Analyst N. Quinn Bolton nennt die anhaltende Marktverknappung und steigende Investitionen der Hyperscaler als Treiber.
- Morgan Stanley bestätigte am 16. Februar die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 450 Dollar.
Die Aktie schloss am 20. Februar bei 428,17 Dollar – ein Plus von fast 300 Prozent innerhalb von zwölf Monaten.
Rekordquartal als Grundlage
Das am 17. Dezember 2025 vorgelegte erste Geschäftsquartal 2026 übertraf die Erwartungen deutlich. Micron erzielte einen Umsatz von 13,64 Milliarden Dollar (plus 56,7 Prozent zum Vorjahr) und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 4,78 Dollar – 1,01 Dollar über der Konsensschätzung. Der freie Cashflow erreichte mit 3,9 Milliarden Dollar einen Rekordwert.
Für das laufende zweite Quartal stellte Micron Erlöse von 18,70 Milliarden Dollar (±400 Millionen) und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 8,42 Dollar (±0,20) in Aussicht. Das wäre eine weitere deutliche Beschleunigung.
HBM-Nachfrage als struktureller Faktor
Der Kern der Bullenstory liegt bei High-Bandwidth Memory (HBM), dem speziellen gestapelten DRAM für KI-Beschleuniger. Microns Management bestätigte kürzlich, dass die Entwicklung von HBM4 planmäßig verläuft. Die KI-Speicherchips sind laut Unternehmen bis 2026 ausgebucht.
Laut Counterpoint Research stiegen Speicher- und NAND-Preise im ersten Geschäftsquartal 2026 um über 90 Prozent, für das zweite Quartal wird ein weiterer Anstieg von 20 Prozent prognostiziert. HBM erfordert drei- bis viermal mehr Kapitalausrüstung pro Bit als herkömmliches DRAM – ein Faktor, der schnelle Kapazitätsausweitungen strukturell erschwert.
Zyklisches Risiko im Blick behalten
Nicht alle Beobachter teilen den Optimismus. Barron's warnte am 23. Februar davor, dass Investoren bei Micron, SK Hynix und Samsung auf Anzeichen einer Abschwächung achten sollten. Seeking Alpha bezeichnete die Rally als möglicherweise "spätzyklisch".
Das historische Muster am Speichermarkt – steigende Preise führen zu Überinvestitionen, gefolgt von Überangebot und Preisverfall – bleibt ein strukturelles Risiko. Simply Wall St merkte am 22. Februar an, dass die Aktie rund 9,5 Prozent über dem durchschnittlichen Analystenkursziel von 390,90 Dollar notiert und deutlich über dem geschätzten fairen Wert liegt.
Was nun entscheidend wird
Die 200-Milliarden-Expansion unterstreicht das Vertrauen des Managements, dass dieser Speicherzyklus anders verläuft als frühere Booms. Ob das Gewinnwachstum mit der rasanten Kursentwicklung Schritt halten kann – und ob die neuen Kapazitäten mittelfristig die Preissetzungsmacht dämpfen – wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.
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