Meta stellt seine Weichen zum Jahresstart neu. Der Konzern fährt die Metaverse-Ambitionen zurück, setzt beim Ausbau der KI-Infrastruktur aber weiter auf hohe Investitionen. Gleichzeitig rücken die Zahlen zum vierten Quartal näher – und damit die Frage, ob der Spagat zwischen Kostendisziplin und Wachstumsfantasie gelingt.

Umbau bei Reality Labs und neue Prioritäten

Der wichtigste Treiber der aktuellen Nachrichtenlage ist die erneute Restrukturierung in der Hardware-Sparte. Meta streicht rund 10 % der Stellen bei Reality Labs, also in der Einheit, die für Metaverse- und Virtual-Reality-Projekte zuständig ist. Etwa 1.500 Mitarbeitende sind von der Maßnahme betroffen.

Damit signalisiert das Management eine klare Verschiebung der Kapitalallokation: Weg von langlaufenden Metaverse-Projekten, hin zu Anwendungen rund um generative KI. Angesichts enormer Investitionen in Rechenzentren und Spezialchips soll der Umbau helfen, die Ausgaben in weniger margenstarken Bereichen zu drosseln, ohne das Wachstumsnarrativ im KI-Segment zu gefährden.

Parallel hat Meta angekündigt, die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 am Mittwoch, den 28. Januar 2026, nach US-Börsenschluss zu veröffentlichen. Auf dieser Bühne will das Management die neue Ausrichtung konkret untermauern.

Analysten bleiben optimistisch

Trotz der Stellenstreichungen kommt von der Analystenseite Rückenwind. Zwei große Häuser haben ihre positive Sicht bekräftigt und zugleich teils deutlich höhere Kursziele ausgerufen:

  • TD Cowen hebt das Kursziel auf 820 US‑Dollar an und bleibt bei „Buy“. Begründung: erwartete Marktanteilsgewinne in der digitalen Werbung.
  • Bank of America (BofA) Securities bestätigt ebenfalls „Buy“ mit Kursziel 810 US‑Dollar. Im Fokus stehen hier die langfristigen Erträge aus Partnerschaften im Bereich Kernenergie, die die wachsende KI-Infrastruktur mit Strom versorgen sollen.

Damit stellen die Banken in den Vordergrund, dass Metas Werbegeschäft robust bleibt und die massiven KI-Investitionen aus ihrer Sicht langfristig Wert schaffen können.

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Gegenwind: Insiderverkauf und Regulierung

Auf der anderen Seite sorgen Insideraktivitäten und regulatorische Risiken für Zurückhaltung. Aus einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC geht hervor, dass COO Javier Olivan am 12. Januar 517 Meta-Aktien der Klasse A für insgesamt rund 337.600 US‑Dollar veräußert hat. Der Verkauf erfolgte zwar im Rahmen eines vorab festgelegten 10b5‑1-Plans, fällt aber in eine Phase schwächerer Kursentwicklung – ein Punkt, der erfahrungsgemäß an der Börse oft skeptisch gesehen wird.

Zusätzlichen Druck bringt eine neue Initiative von Umweltaktivisten. Die Organisation Earthjustice hat bei Regulierern im US-Bundesstaat Louisiana eine Prüfung der Finanzierung von Metas geplantem 27‑Milliarden‑US‑Dollar‑Rechenzentrum in Richland Parish beantragt. Nach ihrer Darstellung könnte die aktuelle Struktur dazu führen, dass Kosten auf lokale Verbraucher übergehen, falls Meta den Vertrag vorzeitig beendet. Solche Einwände können Großprojekte verzögern oder deren Wirtschaftlichkeit verändern, selbst wenn sie nicht zwangsläufig zu einem Stopp führen.

Die Kosten der KI-Strategie

Im Hintergrund all dieser Entwicklungen steht ein zentrales Spannungsfeld: enorme Investitionsausgaben versus Profitabilität. Für 2025 hat Meta Capex von 70 bis 72 Milliarden US‑Dollar in Aussicht gestellt. Diese Größenordnung hat Teile des Marktes verunsichert, da sie auf den ersten Blick deutlichen Druck auf die Margen bedeutet.

Die Verlagerung von Mitteln aus Reality Labs hin zur KI-Infrastruktur ist eine direkte Reaktion darauf. Meta versucht, den Kapitalbedarf nicht weiter ausufern zu lassen und gleichzeitig im KI-Wettlauf ganz vorne mitzuspielen. Dazu gehören hohe Ausgaben für Nvidia-H100-Cluster und eigene Chips – Investitionen, deren kurzfristiger Umsatzbeitrag noch nicht bewiesen ist.

Charttechnisch hat die Aktie in den letzten Tagen etwas Luft nach unten bekommen, bleibt mit einem Kurs von 615,52 US‑Dollar aber über den vielbeachteten gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage. Das technische Bild spricht eher für eine Konsolidierung nach der Rally der vergangenen Monate als für einen bereits etablierten Abwärtstrend.

Ein Blick zurück zeigt: Meta hat ähnliche Wendepunkte schon mehrfach gemeistert – etwa den Strategiewechsel in Richtung Mobile um 2012 oder die Einführung von Reels als Antwort auf TikTok. Der jetzige „AI-first“-Schwenk ist größer und teurer, folgt aber demselben Muster: erst aggressiv investieren, dann monetarisieren.

Entscheidender Termin am 28. Januar

Im Mittelpunkt steht nun der Earnings-Termin am 28. Januar 2026. Neben den erwartbar starken Umsätzen aus dem Weihnachtsquartal wird es vor allem auf den Ausblick zu den operativen Kosten für 2026 ankommen.

Legt CEO Mark Zuckerberg plausibel dar, dass die Einschnitte bei Reality Labs Teil eines strukturierten Plans sind, der die Marge schützt und zugleich die KI-Offensive finanziert, dürfte das den Druck auf die Aktie begrenzen. Sollte sich hingegen abzeichnen, dass die Investitionsausgaben weiter deutlich steigen, ohne dass ein klarer Zeitplan für zusätzliche Erlöse erkennbar ist, wäre eine Fortsetzung der aktuellen Korrektur naheliegend. In diesem Szenario könnte insbesondere ein nachhaltiger Bruch der Marke von 600 US‑Dollar neuen Verkaufsdruck auslösen.

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