Meta zieht die Notbremse im verlustreichen Metaverse-Geschäft und richtet sich klar auf KI und Wearables aus. Im Mittelpunkt stehen ein umfangreicher Stellenabbau bei Reality Labs, die Schließung mehrerer VR-Studios und ein massiver Ausbau der Ray-Ban-Smartglasses-Produktion. Parallel wird die Führungsebene gestärkt und das Vergütungssystem auf Hochleistung in der KI ausgerichtet.

Umbau bei Reality Labs

Meta hat am Mittwoch einen deutlichen Einschnitt bei Reality Labs bestätigt. Rund 10 % der Belegschaft der Sparte – mehr als 1.000 Stellen bei insgesamt etwa 15.000 Mitarbeitern – fallen weg. Besonders hart trifft es die interne Spieleentwicklung:

  • Schließung der VR-Studios Armature Studio
  • Schließung von Sanzaru Games
  • Schließung von Twisted Pixel Games

Diese Studios waren zuvor übernommen worden, um das Quest-Ökosystem mit eigener VR-Software zu stärken. Jetzt fallen sie der strategischen Neuausrichtung zum Opfer.

Der Konzern verlagert Ressourcen weg von breit angelegter Metaverse- und VR-Hardware-Entwicklung hin zu KI-integrierten Geräten. Hintergrund ist der kommerzielle Erfolg der Ray-Ban Meta Smart Glasses, die Meta gemeinsam mit EssilorLuxottica vertreibt. Nach Bloomberg-Berichten vom 13. Januar sprechen beide Partner darüber, die Produktionskapazität bis Ende 2026 auf 20 Millionen Einheiten pro Jahr zu verdoppeln – mit Option auf bis zu 30 Millionen Stück. Auslöser sind „beispiellose“ Nachfragerekorde, die Anfang des Monats bereits zu Lieferengpässen in mehreren Märkten geführt haben.

Gleichzeitig stärkt Meta seine Führungsebene: Dina Powell McCormick, frühere Top-Managerin bei Goldman Sachs und ehemalige Beraterin der Trump-Regierung, wird als President in die oberste Führung geholt. Damit setzt der Konzern ein Signal, dass der Umbau nicht nur operativ, sondern auch strategisch in der Chefetage verankert wird.

Finanzdruck im Metaverse, Kapital für KI

Die Neuausrichtung adressiert ein zentrales Investoren-Thema: die hohen und anhaltenden Verluste von Reality Labs. Seit 2021 hat die Einheit mehr als 70 Milliarden US-Dollar Verlust angehäuft. Der Rückbau in schwachen VR-Bereichen und die Verlagerung von Kapital in wachstumsstarke KI-Wearables sollen die Kapitalrendite verbessern.

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An der Börse fällt die Reaktion bislang verhalten aus. Die Aktie schloss gestern bei 631,09 US‑Dollar, was nach der jüngsten Erholung auf Sicht von 30 Tagen weiterhin ein deutlich höheres Niveau signalisiert, aber klar unter dem Hoch von Mitte Februar liegt. Charttechnisch spiegelt das einen gewissen Entscheidungsstau wider: Auf der einen Seite kostenbewusster Umbau, auf der anderen Seite kurzfristige Unsicherheit über den Erfolg der neuen Schwerpunkte.

Flankierend ändert Meta sein Vergütungssystem, um im globalen Wettbewerb um KI-Talente attraktiver zu werden. Ab Mitte 2026 soll das neue Performance-Review-System „Checkpoint“ eingeführt werden. Herzstück ist der „Meta Award“: Die besten 20 % der Mitarbeiter mit der Bewertung „Outstanding“ können Boni von bis zu 300 % ihres Zielwertes erhalten. Besonders für Schlüsselkräfte im Engineering-Bereich erhöht sich damit die finanzielle Upside deutlich.

Analystenstimmung und strategischer Kontext

Trotz kurzfristigen Drucks bleibt die Analystenstimmung positiv. TD Cowen hat am 13. Januar das Kursziel von 810 auf 820 US‑Dollar angehoben und das Buy-Rating bestätigt. Entscheidend für diese Sicht: Das Kerngeschäft in der Werbung läuft weiter robust. Die Bank erwartet, dass Facebook und Instagram ihren Anteil am globalen digitalen Werbemarkt bis 2030 von 30 % auf 34 % ausbauen können.

Strategisch markiert der Schritt einen klaren Bruch mit der Phase, in der „Metaverse“ das dominierende Schlagwort der Konzernstrategie war. Die Schließung von Studios wie Armature (unter anderem verantwortlich für „Resident Evil 4 VR“) zeigt, dass Meta sich von aufwendiger First-Party-VR-Content-Produktion zurückzieht. Stattdessen rückt Hardware in den Vordergrund, die als Plattform für KI-Assistenten dienen soll – allen voran vernetzte Brillen.

Im Markt wird dieser Kurswechsel als Eintritt in ein Rennen um die Führungsrolle bei KI-Hardware gewertet. Meta positioniert sich damit direkter gegenüber anderen Technologiekonzernen, die an eigenen KI-Geräten arbeiten, und versucht, früh eine große installierte Basis aufzubauen.

Technische Lage und Ausblick

Technisch bewegt sich der Titel in einer Übergangsphase: Der Kurs liegt rund 11 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 708 US‑Dollar, aber deutlich über dem Tief von 437,80 US‑Dollar aus dem April und rund 5–7 % über den wichtigen gleitenden Durchschnitten der letzten 50 bis 200 Tage. Mit einem 12‑Monats-Plus im hohen einstelligen Bereich und einer erhöhten, aber nicht extremen Volatilität bleibt die Aktie schwankungsanfällig, ohne in einen klaren Abwärtstrend gefallen zu sein.

Wichtig für die weitere Einordnung wird die unternehmensweite Mitarbeiterversammlung am 22. Januar 2026. Dort will Meta Details zum „Checkpoint“-System und zur konkreten Umsetzung der KI-Strategie vorstellen. Dann dürfte klarer werden, wie stark die Einschnitte bei Reality Labs tatsächlich ausfallen, wie aggressiv der Ausbau der Ray-Ban-Sparte geplant ist und welche finanziellen Zielgrößen der Konzern mit dem neuen Fokus verbindet.

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