Nach herben Rückschlägen in der eigenen Medikamenten-Pipeline holt der Darmstädter DAX-Konzern zum potenziellen Befreiungsschlag aus. Eine strategische Partnerschaft mit einem Gesamtvolumen von bis zu 3 Milliarden US-Dollar soll die Zukunft der Pharmasparte sichern und setzt dabei radikal auf Künstliche Intelligenz. Doch ist dieser teure Schritt der erhoffte Gamechanger für das angeschlagene Papier oder nur ein verzweifelter Versuch, den Anschluss nicht zu verlieren?

Hoffnungsträger KI: Flucht nach vorn?

Der Druck auf Merck war zuletzt spürbar gewachsen. Nachdem vielversprechende Kandidaten wie Xevinapant in der späten Entwicklungsphase enttäuschten, musste das Management handeln, um das langfristige Wachstum zu sichern. Die Antwort liegt nun in einer massiven Kooperation mit dem US-Biotech-Unternehmen Valo Health.

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Im Kern geht es nicht nur um einen neuen Wirkstoff, sondern um eine technologische Abkürzung: Durch den Zugriff auf Valos „Opal Computational Platform“ will Merck die Entdeckung neuer Medikamente drastisch beschleunigen. Die Technologie kombiniert menschliche Daten mit KI-Modellen, um die sonst extrem hohen Ausfallraten in der klinischen Forschung zu senken.

Die Eckdaten des Deals im Überblick:

  • Finanzielle Dimension: Inklusive Vorauszahlungen und Meilensteinen könnte das Volumen auf über 3 Milliarden US-Dollar anwachsen.
  • Medizinischer Fokus: Ziel ist die Entwicklung neuartiger Therapien gegen neurodegenerative Erkrankungen, mit einem klaren Schwerpunkt auf Parkinson.
  • Technologischer Hebel: Nutzung von über 17 Millionen Datensätzen zur effizienteren Wirkstofffindung.

Bodenbildung oder Bullenfalle?

Die Börse reagierte zum Wochenausklang verhalten, aber stabil auf die Nachrichten. Der Schlusskurs am Freitag von 116,00 Euro markiert vorerst eine Beruhigung, doch das große Bild bleibt für Anleger eine Geduldsprobe.

Der Blick auf die langfristige Performance verdeutlicht den Handlungsbedarf: Seit Jahresanfang verlor die Aktie rund 17 % an Wert. Vom 52-Wochen-Hoch bei gut 151 Euro ist der Kurs derzeit meilenweit entfernt. Technisch betrachtet sendet der Titel jedoch Lebenszeichen: Mit einem RSI (Relative Strength Index) von 22,6 gilt die Aktie als stark überverkauft, was oft eine Gegenbewegung einleitet. Zudem scheint der Bereich um 100 bis 105 Euro als massiver Boden zu halten.

Analysten sehen Luft nach oben

Trotz der jüngsten Schwäche und der Pipeline-Probleme bleiben Markbeobachter optimistisch. Der Konsens sieht das Kursziel im Bereich von rund 163 Euro, was einem erheblichen Aufholpotenzial entspricht. Die Logik dahinter: Die Bewertung des Konzerns – mit einer Marktkapitalisierung von gut 50 Milliarden Euro – spiegelt derzeit vor allem die Risiken wider, vernachlässigt aber die Stärke der anderen Sparten wie Life Science und Electronics.

Der Deal mit Valo Health wird dabei als strategisch notwendig eingestuft. Um Patentabläufe zu kompensieren und im "Unmet Medical Need"-Bereich wie Parkinson zu punkten, führt an externer Innovation kaum ein Weg vorbei.

Fazit: Der 3-Milliarden-Deal ist ein mutiges Signal der Erneuerung. Kurzfristig stabilisiert er die Stimmung, doch langfristig muss die KI-Wette zählbare Ergebnisse liefern, um den Kursrutsch des letzten Jahres nachhaltig umzukehren.

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