Der australische Seltene-Erden-Produzent Lynas gerät unter Druck. Während die US-Regierung Milliarden in heimische Konkurrenten pumpt, steht das Unternehmen vor einem Führungswechsel und kämpft mit Produktionsausfällen. Die Aktie gibt nach – die strategische Position des einstigen Hoffnungsträgers wackelt.

Washington setzt auf eigene Produktion

Ende Januar 2026 sagte die US-Regierung USA Rare Earth 1,6 Milliarden US-Dollar zu. Ziel: eine komplett nationale Lieferkette für Seltene Erden durch Projekte in Texas und Oklahoma. Die „America First"-Politik trifft Lynas hart – ausgerechnet in einem Schlüsselmarkt, auf den das Unternehmen gesetzt hatte.

Lynas positionierte sich jahrelang als weltgrößter Produzent außerhalb Chinas. Genau diese Rolle sollte dem Konzern Zugang zu westlichen Lieferketten sichern. Nun baut Washington eigene Kapazitäten auf.

Führungswechsel zur Unzeit

Am 13. Januar 2026 kündigte CEO Amanda Lacaze ihren Rücktritt an. Nach einem Jahrzehnt an der Spitze verlässt sie das Unternehmen in einer kritischen Phase. Unter Lacaze entwickelte sich Lynas vom schwächelnden Minenbetreiber zum global relevanten Produzenten. Der Zeitpunkt des Abgangs – mitten in Expansionsprojekten und Regierungsverhandlungen – erhöht das Übergangsrisiko.

Umsatzplus trotz Produktionseinbruch

Die Quartalszahlen im Überblick:

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  • Umsatz Q2: 201,9 Mio. AUD (+43% zum Vorjahr)
  • Durchschnittspreis: 85,60 AUD/kg (Vorjahr: 49,20 AUD/kg)
  • Produktion: 2.382 Tonnen Seltenerdoxide (Vorquartal: 3.993 Tonnen)

Die am 21. Januar 2026 vorgelegten Dezember-Quartalszahlen zeigen ein gespaltenes Bild. Der Umsatz kletterte auf 201,9 Millionen AUD – ein Plus von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Verantwortlich dafür waren gestiegene Preise: Pro Kilogramm erlöste Lynas durchschnittlich 85,60 AUD, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.

Gleichzeitig brach die Produktion ein. Mit 2.382 Tonnen Seltenerdoxiden lag die Förderung deutlich unter den 3.993 Tonnen des Vorquartals. Stromausfälle in der Verarbeitungsanlage in Kalgoorlie, Westaustralien, verursachten den Rückgang.

Stromnetz bleibt Problem

Die Energieversorgung in Kalgoorlie bereitet anhaltende Schwierigkeiten. Lacaze bestätigte im Januar-Investorengespräch, dass es noch am Tag vor dem Briefing zu erheblichen Ausfällen kam. Das Unternehmen prüft jetzt netzunabhängige Lösungen – unter anderem Dieselaggregate.

Regierungen sollen Preise stützen

Lacaze bezeichnete Gespräche mit Regierungen über Mindestpreise als wichtigste Verhandlungen für Lynas. Staatliche Eingriffe hätten bereits dazu beigetragen, die Marktfunktion zu verbessern und die Preise für Seltene Erden auf ein tragfähigeres Niveau zu heben.

Die CEO betonte, dass sich die Marktbedingungen im Januar 2026 weiter verbessert hätten. Geopolitische Faktoren stützen die Preisentwicklung – China kontrolliert weiterhin den Großteil der globalen Produktion, während westliche Nationen alternative Lieferketten aufbauen wollen.

Die nächsten Monate dürften zeigen, ob Lynas trotz US-Konkurrenz seine Position als strategischer Lieferant behaupten kann. Die Kombination aus Führungswechsel, Produktionsproblemen und veränderter US-Politik stellt das Geschäftsmodell auf die Probe.

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