Auf den ersten Blick wirkt die Bewertung attraktiv, doch die britische Investmentbank Barclays warnt eindringlich vor einem Einstieg. Während einige Marktteilnehmer auf das starke US-Geschäft setzen, sehen die Analysten unterschätzte Risiken, die den erhofften Höhenflug jäh beenden könnten. Ist das niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis eine Chance oder eine klassische Falle?

  • Abstufung: Barclays senkt Rating auf "Underweight".
  • Kursziel: 7,80 Euro – unterhalb des aktuellen Niveaus.
  • Risiken: Unterschätzte Streikgefahr und Probleme bei der Flottenmodernisierung.

Warnung vor exzessivem Optimismus

Die Lufthansa Aktie hat eine schwierige Woche hinter sich, was sich in einem Verlust von fast 8 Prozent über die letzten sieben Tage widerspiegelt. Aktuell notiert das Papier bei 8,36 Euro. Auslöser für die jüngste Skepsis ist eine Analyse von Barclays. Die Experten stuften den Titel von "Equalweight" auf "Underweight" herab und begründen dies mit einem gefährlichen Missverhältnis zwischen Markterwartungen und den tatsächlichen operativen Risiken. Zwar erkennt die Bank positive Entwicklungen bei Steuererleichterungen an, hält die aktuelle Bewertung angesichts der drohenden Szenarien jedoch für zu optimistisch.

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Baustellen Personal und Flotte

Im Zentrum der Kritik steht das unterschätzte Streikrisiko. Die Analysten verweisen auf erhebliche Schwierigkeiten bei der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Parallel dazu fordert Verdi für das Bodenpersonal Lohnerhöhungen von 6 Prozent, was die Margen belasten dürfte.

Auch strategisch sehen die Experten Stolpersteine: Die Übernahme der italienischen ITA Airways wird als Fehler eingestuft, der die Verschuldungsquote erhöhen könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Modernisierung der Langstreckenflotte verzögert. Die wichtige Zulassung der neuen "Allegris"-Business-Class in den Boeing 787 lässt wohl bis April 2026 auf sich warten. Die Konsequenz: Der Konzern muss verstärkt auf ältere, teurere Airbus A340 setzen und kann in den neuen Maschinen vorerst nicht alle Premium-Plätze verkaufen.

Hoffnungsschimmer USA und Bewertung

Trotz der Warnungen gibt es Lichtblicke. Das Nordamerika-Geschäft entwickelt sich zum tragenden Pfeiler, fast 60 Prozent der Buchungen stammen mittlerweile aus den USA. Auch die fundamentale Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 6,4 erscheint historisch günstig. Andere Häuser wie Morgan Stanley oder Kepler Capital bleiben daher bullisch und sehen in der aktuellen Schwäche eher eine Kaufgelegenheit.

Fazit

Die Lufthansa befindet sich in einem Spannungsfeld zwischen günstiger Bewertung und operativen Hürden. Das Management hält am Ziel fest, die Margen bis zum Ende des Jahrzehnts auf 8 bis 10 Prozent zu verdoppeln. Ob die Strategie trotz der Verzögerungen bei der Flotte aufgeht, wird sich spätestens am 6. März 2026 zeigen, wenn der Konzern seine nächsten Geschäftszahlen präsentiert.

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