Die Lufthansa Aktie bekommt gleich von zwei Seiten Rückenwind: Große Häuser heben ihre Einstufungen an, gleichzeitig bestätigt die Charttechnik den laufenden Aufwärtstrend. Entscheidend ist dabei vor allem die starke Entwicklung im Nordatlantik-Verkehr und eine spürbare Verbesserung der operativen Abläufe. Wie robust ist dieser Trend?

Doppelter Schub von Analysten

Zunächst kam die Bewegung von der Bank of America (BofA). Die Analysten stuften die Aktie von „Underperform“ auf „Neutral“ hoch und erhöhten das Kursziel klar von 7,10 auf 9,20 Euro. Begründung: bessere Erträge und eine stabilere operative Basis als bisher unterstellt.

Im Fokus stehen vor allem:

  • Starke Nordamerika-Routen mit Erträgen über den bisherigen Erwartungen
  • Erholung im Geschäftsreise-Segment, die kontinuierlich voranschreitet
  • Weniger Ausfälle und Verspätungen, was die Effizienz verbessert
  • Höhere Erlöse pro Sitzkilometer (RASK) – BofA rechnet 2026 mit +3 %

Konkret hob BofA die EBIT-Prognose für 2026 um 3 % auf 2,247 Milliarden Euro an. Damit liegen die Schätzungen nun auf Höhe des Bloomberg-Konsens – ein Zeichen, dass Skepsis einem neutraleren Blick weicht.

Parallel dazu setzte Zacks Research noch einen drauf: Die Einstufung wurde auf „Strong Buy“ angehoben, die höchste Kategorie des Hauses. Damit zählt der Titel zu den besten 5 % aller dort bewerteten Aktien. Grundlage sind Gewinnschätzungen, die in den vergangenen drei Monaten um 6 % nach oben revidiert wurden. Für 2025 erwartet Zacks einen Gewinn von 1,26 US-Dollar je ADR-Aktie.

Technisches Bild unterstützt den Trend

Charttechnisch hat die Aktie in den vergangenen Wochen mehrere Hürden aus dem Weg geräumt. Besonders wichtig: der Sprung über den 50-Tage-Durchschnitt Ende Januar, der den laufenden Aufwärtstrend bestätigt hat.

Heute liegt der Kurs bei rund 8,90 Euro und damit:

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  • etwa 4,7 % über dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,50 Euro
  • rund 16,6 % über der 200-Tage-Linie von 7,64 Euro

Der Abstand zur 200-Tage-Linie signalisiert einen etablierten Aufwärtstrend, ohne in überhitzte Regionen vorzustoßen. Auch der 14-Tage-RSI von 45,2 spricht eher für eine neutrale als eine überkaufte Lage.

Auf Sicht von zwölf Monaten fällt die Entwicklung deutlich aus: Die Aktie liegt knapp 50 % über dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig bleibt Luft nach oben: Zum 52‑Wochen-Hoch bei 10,20 Euro beträgt der Abstand rund 12,7 %.

Bewertung und Fundamentaldaten

Bewertungsseitig bewegt sich der Titel leicht über seinem historischen Schnitt, bleibt im Branchenkontext aber moderat. Für 2026 wird ein EV/EBITDA-Multiple von 3,3x angesetzt. BofA hält dieses Niveau angesichts des erwarteten Gewinnwachstums für angemessen, verweist jedoch darauf, dass IAG weiterhin der bevorzugte Wert im europäischen Airline-Sektor bleibt.

Aus den letzten berichteten Daten ergeben sich im Überblick:

  • KGV (TTM): 6,35
  • Gewinn je Aktie (TTM): 1,36 Euro
  • Dividendenrendite: 3,59 %

Die Kursentwicklung der vergangenen Monate spiegelt diese Kombination aus niedriger Bewertung und verbesserten Perspektiven wider: Seit Jahresanfang liegt der Titel etwa 3,8 % im Plus, auf 30‑Tage-Sicht rund 6,3 % und auf Wochensicht 5,4 %.

Strategischer Schwerpunkt Nordamerika

Besonders auffällig ist die Verschiebung im Buchungsmix: Inzwischen stammen fast 60 % der Buchungen aus den USA, nur noch 40 % aus Europa. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung des Transatlantik-Geschäfts für die Gruppe.

Diese Struktur passt zu den Argumenten der Analysten: Die lukrativen Nordamerika-Routen tragen überproportional zur Profitabilität bei und federn schwächere Märkte in Europa ab. Gleichzeitig erhöht diese Fokussierung die Sensitivität gegenüber der US-Konjunktur und der Nachfrage im Langstrecken-Segment.

Ausblick: Zahlen müssen liefern

Kurzfristig bleibt der Blick auf zwei Ebenen gerichtet: zum einen auf die Charttechnik mit der Zone um das 52‑Wochen-Hoch als nächster relevanter Marke, zum anderen auf die operative Entwicklung im Nordatlantik-Verkehr und bei Geschäftsreisen. Am 6. März 2026 stehen die nächsten Quartalszahlen an. Sie werden zeigen, ob die jüngsten Anhebungen der Gewinnprognosen gerechtfertigt sind und ob der aktuelle Aufwärtstrend im Ergebnis tatsächlich ankommt.

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