Die italienische Rüstungsschmiede bekommt gleich von zwei Seiten wichtige Impulse: aus Rom und aus den USA. In Italien steht ein milliardenschweres Programm zur langfristigen Finanzierung im Raum, in den Vereinigten Staaten baut der Konzern seine Präsenz in einem sensiblen Marinesegment aus. Für Anleger stellt sich damit vor allem eine Frage: Wie stabil und planbar wird der Wachstumspfad in den nächsten Jahren?

Italienische Milliardenpläne als Rückgrat

Der zentrale Treiber ist der geplante Beitrag Italiens zum Global Combat Air Programme (GCAP). Nach aktuellen Berichten erwägt die Regierung, bis 2035 rund 9 Milliarden Euro in das Projekt zu stecken.

Leonardo ist dabei der nationale industrielle Hauptpartner. Das Programm, gemeinsam mit Großbritannien und Japan, zielt auf die Entwicklung eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation. Allein für 2025 wird mit einer Finanzierung von über 600 Millionen Euro gerechnet.

Diese Zusagen sind für den Konzern mehr als nur symbolisch. Langfristig gesicherte Regierungsaufträge gelten in Bewertungsmodellen als besonders verlässlich, weil sie das Auftragsbuch über viele Jahre absichern. Genau hier setzt der Effekt an: Die anvisierten Mittel aus Rom erhöhen die Visibilität von Forschungsausgaben, Entwicklungsaufträgen und späteren Produktionserlösen für etwa ein Jahrzehnt.

US-Expansion stärkt zweites Standbein

Parallel dazu baut Leonardo seine Stellung im wichtigen US-Markt aus. Die Tochter Leonardo DRS hat am 23. Januar 2026 einen neuen Marine-Standort in Charleston, South Carolina, offiziell eröffnet.

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Der Standort ist speziell auf Programme der US Navy zugeschnitten, darunter die strategisch bedeutenden U-Boote der Columbia-Klasse mit ballistischen Raketen. Mit dieser Infrastruktur vertieft der Konzern seine Einbindung in die amerikanische Verteidigungs-Lieferkette und macht sich unabhängiger vom rein europäischen Geschäft.

Auch wenn Leonardo DRS in den USA separat börsennotiert ist, fließen die operativen Ergebnisse in den Konzernabschluss von Leonardo S.p.A. ein. Investoren erhalten damit indirekt Zugang zu einem wachstumsstarken US-Geschäft, das den Gesamtumsatz breiter aufstellt und Währungs- sowie Länderdiversifikation bietet.

Marktbild und ETF-Rolle

An der Börse spiegelt sich diese Kombination aus italienischer Planungssicherheit und US-Wachstum aktuell in einer stabilen Bewertung wider. Der jüngste Konsens der Analysten liegt bei einem Kursziel von rund 57,69 Euro und damit praktisch auf Augenhöhe mit dem aktuellen Kursniveau von 58,06 Euro vom Freitag. Größere Bewertungsreserven sehen die meisten Häuser derzeit also nicht, aber auch keinen unmittelbaren Korrekturbedarf.

Auffällig ist zudem die Rolle in passiven Anlageprodukten. Ende Januar 2026 macht Leonardo rund 6,90 % des VanEck Global Defence ETF (ASX: DFND) aus und zählt damit zu den fünf größten Positionen neben Schwergewichten wie RTX Corp und Thales. Diese hohe Gewichtung kann für stetige Nachfrage sorgen, solange Gelder in den Sektor-ETF fließen und die Branche im Fokus bleibt.

Wichtige Punkte im Überblick

  • Geplante 9 Milliarden Euro italienische GCAP-Finanzierung bis 2035
  • Erwartete Mittel für 2025: über 600 Millionen Euro
  • Neuer Marine-Standort von Leonardo DRS in Charleston (USA) seit 23. Januar 2026
  • Konsens-Kursziel: 57,69 Euro, nahe am aktuellen Kurs
  • Gewicht von 6,90 % im VanEck Global Defence ETF

Ausblick: Entscheidung in Rom, Aufträge in den USA

Die Kombination aus möglicher GCAP-Langfristfinanzierung und dem Ausbau im US-Marinetechnik-Geschäft bildet für Leonardo derzeit zwei zentrale Wachstumssäulen. Die in Aussicht gestellten 9 Milliarden Euro schaffen einen klaren Rahmen für Forschungs- und Entwicklungsaufträge sowie spätere Produktionsumsätze, was die Planbarkeit der nächsten Jahre erhöht.

In den kommenden Wochen und Monaten rückt vor allem die formale Bestätigung der italienischen Budgetzuweisungen in den Vordergrund. Parallel bleibt entscheidend, ob aus der neuen Werft in Charleston zeitnah konkrete Vertragsvergaben und zusätzliche Auftragsvolumina entstehen. Beide Faktoren zusammen werden maßgeblich bestimmen, ob sich die aktuell robuste Position der Aktie im Jahresverlauf festigen oder spürbar verändern dürfte.

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