Der Kölner Spezialchemiekonzern hat heute Zahlen vorgelegt — und die zeichnen ein trübes Bild. Der bereinigte Jahresverlust liegt tiefer als erwartet, die Prognose für 2026 enttäuscht, und der Stellenabbau geht in die nächste Runde. Vorbörslich gab die Aktie rund drei Prozent nach.

Schwache Zahlen, höhere Verluste

2025 war für Lanxess ein hartes Jahr. Der Umsatz schrumpfte um knapp elf Prozent auf 5,67 Milliarden Euro — und blieb damit sogar hinter den Analystenerwartungen von rund 5,73 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte EBITDA fiel um 16,9 Prozent auf 510 Millionen Euro. Unter dem Strich türmte sich der Verlust auf 577 Millionen Euro auf, nach 177 Millionen Euro im Jahr zuvor.

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Als Hauptbremse gilt die anhaltend schwache Nachfrage quer durch fast alle Kundenbranchen. Dazu kamen fallende Verkaufspreise infolge sinkender Rohstoffkosten und aggressiver Konkurrenz aus Asien sowie negative Währungseffekte. Auch der Verkauf des Urethane-Systems-Geschäfts im April 2025 hinterließ eine spürbare Lücke im Ergebnis.

Das Quartalsergebnis für Q4 2025 konnte zumindest leicht positiv überraschen: Das bereinigte EBITDA lag mit 102 Millionen Euro knapp über den erwarteten 100 Millionen Euro. Der Umsatz von 1,268 Milliarden Euro verfehlte die Konsensschätzung von 1,322 Milliarden Euro allerdings deutlich.

Sparmaßnahmen verschärft

Lanxess reagiert mit einem erweiterten Kürzungsprogramm. Bis Ende 2028 sollen die Kosten dauerhaft um insgesamt rund 150 Millionen Euro jährlich sinken. Neben dem bereits im August 2025 angekündigten Produktionssparprogramm über 50 Millionen Euro kommen nun weitere 100 Millionen Euro hinzu — verbunden mit dem Abbau von 550 Stellen, davon etwa zwei Drittel in Deutschland, vorwiegend in der Verwaltung.

Kurzfristig greift das Unternehmen zusätzlich in die Gehälter: Tarifbeschäftigte arbeiten vorerst bis Jahresende 35 Stunden pro Woche, im Management-Bereich gibt es eine Nullrunde bei den Fixgehältern.

Konzernchef Matthias Zachert formulierte die Lage nüchtern: Man steuere das, was steuerbar sei — Kosten senken, Prozesse straffen, neue Marktchancen erschließen. Positive Impulse erwartet die Führungsebene frühestens im zweiten Halbjahr 2026, etwa durch das Infrastrukturpaket der Bundesregierung.

Ausblick bleibt getrübt

Für das laufende Jahr erwartet Lanxess ein bereinigtes EBITDA zwischen 450 und 550 Millionen Euro. Die Mitte der Spanne läge mit 500 Millionen Euro leicht unter dem 2025er-Wert — und rund drei Prozent unter dem, was Analysten bislang einkalkuliert hatten. Für das erste Quartal ist ebenfalls keine operative Verbesserung gegenüber dem Vorquartal geplant.

Die Nettoverschuldung beläuft sich auf rund 2,023 Milliarden Euro, was dem Vierfachen des bereinigten EBITDA entspricht — ein Niveau, das wenig Spielraum lässt. Die Dividende bleibt unverändert bei zehn Cent je Aktie.

Wer auf eine baldige Trendwende setzt, braucht Geduld. Realistisch betrachtet dürfte erst die zweite Jahreshälfte 2026 zeigen, ob die Sparmaßnahmen greifen und die Nachfrage tatsächlich anzieht.

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