Lanxess Aktie: Finanzierungssorgen eskalieren
Der Spezialchemiekonzern Lanxess bleibt vorerst auf seinen Anteilen am Gemeinschaftsunternehmen Envalior sitzen. Der Finanzinvestor Advent hat die geplante Übernahme der restlichen 41 Prozent für 2026 abgesagt und sich dabei auf den vereinbarten Finanzierungsvorbehalt berufen. Die Börse reagierte am Freitag mit einem Kursrutsch von über 17 Prozent auf 13,55 Euro – das tiefste Niveau seit 2009.
Die Kölner hatten im September 2025 angekündigt, durch den Verkauf 1,2 Milliarden Euro einnehmen zu wollen. Geld, das dringend benötigt wird: Mit einem Verhältnis zwischen Schulden und operativem Ergebnis von 3,7 liegt Lanxess deutlich über der kritischen Schwelle von 2,5 für Investment-Grade-Anleihen.
Droht der Abstieg ins Ramsch-Niveau?
Christian Bell von der UBS befürchtet, dass Lanxess bei Rating-Agenturen den Investment-Grade-Status verlieren könnte. Die Folge: höhere Finanzierungskosten für den ohnehin hoch verschuldeten Konzern. Anil Shenoy von Barclays hält sogar eine Kapitalerhöhung für möglich und sieht seine negativen Einschätzungen zu Aktien und Anleihen bestätigt.
Das Management betont zwar, auch ohne die Verkaufserlöse langfristig solide finanziert zu sein. Die Rückzahlung der im Oktober fälligen Anleihe sei gesichert. Dennoch: Die Schulden bleiben hoch, und die Nachfrage nach Lanxess-Produkten bleibt schwach.
Letzte Chance 2028
Nun gelten die für 2027 und 2028 vereinbarten Ankaufsrechte. Im Jahr 2027 steht Advent ein Erwerbsrecht zum selben Kaufpreis zu. Wird dieses nicht ausgeübt, lebt das Andienungsrecht von Lanxess zum 1. April 2028 wieder auf – dann allerdings ohne Finanzierungsvorbehalt. Der Erwerb der Hälfte der Beteiligung wäre in diesem Fall verbindlich.
Für Chetan Udeshi von JPMorgan sind Bilanzsorgen bei Lanxess das dominierende Thema der Aktienstory. Er sieht in der Advent-Entscheidung auch ein Signal für das schwierige Umfeld zyklischer Chemieunternehmen insgesamt. Auch BASF verlor am Freitag 2,6 Prozent, Wacker Chemie büßte über fünf Prozent ein.
Konzernchef Matthias Zachert hatte Anfang November 2025 bereits vorsichtigere Gewinnprognosen für 2026 ausgegeben. Er rechnet mit einem bereinigten EBITDA am unteren Ende der anvisierten Spanne von 520 bis 580 Millionen Euro. Die endgültigen Geschäftszahlen für 2025 legt Lanxess am 19. März vor – dann dürfte sich zeigen, wie eng die finanzielle Lage tatsächlich ist.
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