JinkoSolar zieht die Reißleine in Südostasien und reagiert damit auf die verschärften US-Handelsbedingungen. Während der Solargigant für das Geschäftsjahr 2025 einen Milliardenverlust verbuchen muss, forciert das Management den Ausbau in Märkten mit geringeren Eintrittsbarrieren. Dieser Kurswechsel markiert eine Zäsur in der internationalen Fertigungsstrategie des Unternehmens.

Strafzölle stoppen Milliardenprojekt

Am Freitag bestätigte JinkoSolar das offizielle Ende eines ambitionierten Vorhabens: Das 1,5 Milliarden US-Dollar schwere Photovoltaik-Projekt in der vietnamesischen Provinz Quang Ninh wurde gestoppt. Grund für den Abbruch sind massive US-Antidumpingzölle auf Solarmodule aus Vietnam, die ab 2025 bei 71,85 % liegen. Da das Werk primär für den Export in die USA konzipiert war, ist der Betrieb unter diesen steuerlichen Bedingungen wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.

Dieser Schritt folgt auf bereits getätigte Investitionen von rund 865,6 Millionen US-Dollar in zwei andere vietnamesische Standorte. Die Entscheidung verdeutlicht den zunehmenden Druck auf chinesische Hersteller, ihre globalen Lieferketten aufgrund geopolitischer Spannungen und protektionistischer Maßnahmen kurzfristig umzubauen.

Rote Zahlen trotz Absatzrekord

Die operativen Schwierigkeiten spiegeln sich deutlich in den vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 wider. JinkoSolar weist einen Nettoverlust von 7,64 Milliarden RMB (ca. 1,11 Milliarden US-Dollar) aus. Verantwortlich für das Minus ist primär der anhaltende Preisverfall bei Solarmodulen auf dem Weltmarkt, der die Margen der gesamten Branche massiv unter Druck gesetzt hat.

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Trotz der finanziellen Belastungen behauptet das Unternehmen seine Marktstellung. JinkoSolar sicherte sich im vierten Jahr in Folge den Spitzenplatz bei den weltweiten Modulauslieferungen. In einem Marktumfeld, das von Überkapazitäten und einer durchschnittlichen Auslastung der Produktionskapazitäten von nur etwa 50 % geprägt ist, setzt das Unternehmen verstärkt auf technologische Differenzierung.

Wachstumschance Australien

Als Gegengewicht zum Rückzug aus Vietnam stärkt JinkoSolar seine Präsenz in Australien. Am Donnerstag unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung mit der Blue Sun Group über die Lieferung von 2 Gigawatt der neuen "Tiger Neo 3.0"-Module. Diese setzen auf die N-Type TOPCon-Technologie, die mit einem Wirkungsgrad von bis zu 24,8 % und einer 30-jährigen Leistungsgarantie punktet.

Reicht der technologische Vorsprung der neuen Module aus, um den globalen Preisverfall bei Standard-Komponenten abzufedern? Die Antwort darauf wird maßgeblich von der weiteren Konsolidierung der Branche abhängen. JinkoSolar nutzt hierbei seine starke Basis in Australien, wo das Unternehmen bereits im Jahr 2025 einen Marktanteil von 26 % hielt.

An der Börse sorgten die Nachrichten zuletzt für Bewegung. Die Aktie schloss am Freitag bei 22,40 Euro, was einem Zuwachs von über 11 % im Wochenvergleich entspricht, während das Papier seit Jahresbeginn noch rund 6 % im Minus notiert. JinkoSolar konzentriert sich nun darauf, die Abhängigkeit von hoch regulierten Märkten zu reduzieren und Kapazitäten in Regionen mit stabilen Handelsbedingungen umzuleiten.

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