Jenoptik Aktie: Gewinnmitnahmen nach Rally
Der Technologiekonzern aus Jena hat heute Zahlen vorgelegt, die Anleger zunächst verschreckt haben. Nach einer beeindruckenden Kursrally von über 36 Prozent seit Jahresbeginn sackte die Aktie am Morgen um fast 11 Prozent auf den tiefsten Stand seit Ende Januar ab. Doch dann kam die Wende: Die Papiere konnten die Verluste deutlich eingrenzen und notierten zum Handelsschluss nur noch 1,7 Prozent im Minus bei 26,56 Euro.
Was war passiert? Die vorläufigen Zahlen für 2025 fielen schwächer aus als erhofft. Der Umsatz sank um rund sechs Prozent auf 1,05 Milliarden Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) brach um etwa 13 Prozent auf 192 Millionen Euro ein. Die entsprechende Marge verschlechterte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 18,4 Prozent. Besonders enttäuschend: Der Auftragseingang im vierten Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück und lag mit 299,6 Millionen Euro auf Vorjahresniveau.
Halbleitergeschäft stabilisiert sich
Verantwortlich für die Schwäche waren vor allem die rückläufige Nachfrage aus der Chip- sowie der Automobilindustrie. Doch hier gibt es eine positive Wendung: Das Halbleiteranlagengeschäft stabilisierte sich in der zweiten Jahreshälfte merklich. Insgesamt gingen die Auftragseingänge 2025 um etwa drei Prozent auf nahe eine Milliarde Euro zurück – deutlich moderater als befürchtet.
Vorstandschef Stefan Traeger bilanzierte dennoch selbstbewusst: "Jenoptik hat sich in einem insgesamt schwierigen Marktumfeld im Jahr 2025 gut behauptet." Trotz rückläufiger Erlöse habe das Unternehmen seine Profitabilität dank Kostensenkungsmaßnahmen auf gutem Niveau halten können. Zudem wurde die Nettoverschuldung weiter deutlich reduziert.
Ausblick überzeugt die Bullen
Was die Anleger nach dem ersten Schock beruhigte: Der Ausblick für 2026 klingt vielversprechend. Jenoptik erwartet eine Rückkehr auf den Wachstumspfad mit steigenden Umsätzen und einer sich verbessernden EBITDA-Marge. Für die wichtige Halbleiteranlagenindustrie rechnet der Konzern mit einer grundsätzlich positiven Entwicklung – nicht zuletzt wegen der angekündigten massiven Investitionen in Rechenzentren.
Henrik Paganetty vom Analysehaus Jefferies sprach von einem positiven Ausblick und hob hervor, dass sich die Nachfrage im Bereich Halbleiter-Equipment im zweiten Halbjahr 2025 stabilisiert habe. Allerdings wiegt der schwache Auftragseingang schwer, da die Jenoptik-Aktie zuletzt stark von der KI-getriebenen Auftragsflut beim niederländischen Chipausrüster ASML profitiert hatte. Erst am Donnerstag markierten die Papiere mit 27,90 Euro ihren höchsten Stand seit Oktober 2024.
Aus charttechnischer Sicht bleibt die Rally intakt. Die Aktie rutschte nur kurz unter die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend beschreibt. Auch die mittel- und langfristigen Trendlinien zeigen weiter nach oben. Mit einem Plus von fast 36 Prozent seit Jahresbeginn zählt Jenoptik zu den führenden Werten im SDAX. Die heutige Schwäche dürfte daher eher eine gesunde Konsolidierung nach der starken Rallye sein.
Die detaillierten Jahreszahlen und einen ausführlichen Ausblick will Jenoptik am 25. März vorlegen. Dann wird sich zeigen, ob der Optimismus der Bullen gerechtfertigt ist.
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