Empfehlungen überschlagen sich, doch der Kurs gibt nach: IREN wird heute gleich von mehreren US-Finanzmedien als Top-Pick für 2026 herausgestellt – dennoch rutscht die Aktie im Handel deutlich ab. Im Zentrum steht der Strategiewechsel vom Bitcoin-Miner zum Anbieter von Hochleistungsrechenkapazitäten für KI. Entscheidend ist die Frage, warum kurzfristig Verkaufsdruck dominiert, obwohl die langfristige Story so positiv erzählt wird.

Bullenszenario: Microsoft-Deal und KI-Fantasie

Auslöser der heutigen Nachrichtenflut ist eine prominente Empfehlung durch The Motley Fool. Analyst Marc Guberti nennt IREN zusammen mit Broadcom als eine der Top-Aktien für das Jahr 2026. Kernargument ist ein fünfjähriger Vertrag mit Microsoft über 9,7 Milliarden US‑Dollar und 200 Megawatt Kapazität.

Dieser Großauftrag gilt als Fundament für den Wandel weg vom reinen Bitcoin-Mining hin zu einem High-Performance-Computing-Anbieter für KI-Workloads. Die Story: IREN stellt Infrastruktur bereit, auf der große Cloud- und KI-Kunden ihre Anwendungen laufen lassen können – wiederkehrende Umsätze statt stark schwankender Mining-Erträge.

Parallel dazu sorgt ein Beitrag auf Seeking Alpha für zusätzlichen Rückenwind in der öffentlichen Wahrnehmung. Dort wird ein Kurspotenzial von rund 88 % skizziert, was einem Zielniveau von knapp 104 US‑Dollar entsprechen würde. Die Rechnung basiert auf der Annahme, dass IREN seine AI-Cloud-Angebote auf eine Annual Recurring Revenue (ARR) von 3,4 Milliarden US‑Dollar hochfahren kann.

Die Bewertung spiegelt diese Erwartungen bereits wider. Das Unternehmen wächst stark, die Aktie wird zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis gehandelt, das deutlich über dem Branchenschnitt liegt – ein klassisches „priced for perfection“-Szenario.

Marktreaktion: Gewinnmitnahmen trotz Positiv-Story

Trotz des positiven Newsflows steht der Titel kurzfristig unter Druck. Die Aktie liegt heute mit gut 6 % im Minus und notiert im Bereich von rund 55 US‑Dollar, nachdem sie in den vergangenen zwölf Monaten um über 400 % zugelegt hat. Nach einer derart steilen Rally seit 2025 überrascht es kaum, dass Phasen der Konsolidierung und Gewinnmitnahmen auftreten – selbst an Tagen mit guten Schlagzeilen.

Auffällig ist dabei der Optionsmarkt. Laut Futu News wurden heute mehr als 363.000 Kontrakte gehandelt, mit ungewöhnlich hoher Aktivität bei Put-Optionen mit einem Strike von 50 US‑Dollar und Laufzeit Februar. Marktdaten von Marketbeat und Investor Hub deuten darauf hin, dass kurzfristige Trader sich verstärkt gegen Rückschläge absichern oder auf weitere Volatilität spekulieren.

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Damit prallen zwei Perspektiven aufeinander:

  • Langfristig orientierte Optimisten fokussieren sich auf:
  • den milliardenschweren Microsoft-Vertrag,
  • den Ausbau der AI-Infrastruktur
  • und ambitionierte Umsatz- und Gewinnziele bis 2026.
  • Kurzfristig agierende Marktteilnehmer reagieren auf:
  • die starke Kursvorgeschichte,
  • die hohe Schwankungsbreite (Beta von 4,25, sehr hohe Volatilität),
  • sowie sektorweite Rotationen im KI- und Infrastruktursegment.

Der Bereich um 50 US‑Dollar wird durch die gemeldete Optionsaktivität zu einer psychologisch und technisch wichtigen Marke. Dort dürfte sich zeigen, ob Käufer bereit sind, Rücksetzer nach dem starken Anstieg aufzugreifen.

Fundament und Infrastruktur-Story

Operativ steht IREN an einem entscheidenden Punkt. Im Mittelpunkt steht das Projekt Sweetwater‑1, ein Standort mit 1,4 Gigawatt Leistung, der im April 2026 ans Netz gehen soll. Institutionelle Investoren sehen in der erfolgreichen Inbetriebnahme dieses Standorts eine Art „Proof of Concept“ für das neue Geschäftsmodell.

Gelingt der Start wie geplant, könnten nach Einschätzung großer Adressen bis zu sieben weitere Verträge ähnlicher Größenordnung wie der Microsoft-Deal möglich werden. Die heutige Bewertung baut damit stark auf der Annahme auf, dass der Rollout dieser Infrastruktur reibungslos funktioniert und die Nachfrage nach KI-Rechenleistung hoch bleibt.

Die jüngsten Zahlen unterstreichen den Wachstumspfad: Für das Geschäftsjahr 2025 meldete IREN ein Umsatzplus von 168 % auf 501 Millionen US‑Dollar und den Sprung vom Nettoverlust zu einem Gewinn von 86,9 Millionen US‑Dollar. Die Aktie notiert heute bei 55,45 US‑Dollar und liegt damit weiter deutlich über ihren mittelfristigen Durchschnittskursen, auch wenn der Abstand zum jüngsten 52‑Wochen-Hoch spürbar geschrumpft ist.

Analystenseitig wird die Wachstumsstory ebenfalls aufgegriffen: H.C. Wainwright hat sein Kursziel am 13. Januar auf 80 US‑Dollar angehoben. Das unterstreicht die Erwartung, dass die Microsoft-Kooperation und der Infrastruktur-Ausbau sich mittelfristig deutlich in den Zahlen niederschlagen.

Ausblick: Entscheidende Monate bis April

Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Zone um 50 US‑Dollar, die durch die auffällige Put-Aktivität im Optionsmarkt als relevante Unterstützung gilt. Hält dieser Bereich, könnte die Aktie trotz hoher Schwankungen weiter im Rahmen einer breiten Konsolidierung handeln.

Der zentrale fundamentale Katalysator bleibt jedoch der Start von Sweetwater‑1 im April 2026. In den kommenden Monaten dürfte sich entscheiden, ob IREN die hohen Erwartungen an den KI-Infrastrukturumbau operativ einlösen kann. Die Marktphase bis dahin lässt sich nüchtern als „Show-me-Modus“ beschreiben: Entscheidend ist, ob das Unternehmen den Microsoft-Vertrag und seine weiteren Ausbaupläne technisch und wirtschaftlich wie angekündigt umsetzt.

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