IREN Aktie: Erwartete Unruhe?
IREN setzt beim Ausbau seiner KI-Cloud aufs große Besteck: Mehr als 50.000 neue Nvidia-B300-GPUs sollen die Rechenkapazität deutlich nach oben schrauben. Fast zeitgleich zieht das Unternehmen aber auch ein riesiges Aktienverkaufsprogramm auf. Genau dieser Mix aus Tempo und Verwässerungsangst hat Anleger diese Woche ausgebremst.
50.000 Nvidia-B300-GPUs: Ausbau in Etappen
Mit der Bestellung von über 50.000 spezialisierten Nvidia-B300-Chips will IREN seine AI-Compute-Kapazität um rund 50% ausweiten. Insgesamt würde die GPU-Flotte damit auf etwa 150.000 Einheiten steigen.
Die Auslieferung und Inbetriebnahme soll gestaffelt in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen – in luftgekühlten Rechenzentren in Mackenzie (British Columbia) und Childress (Texas). Nach vollständigem Rollout stellt IREN dafür eine klare Zielgröße in den Raum: mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar annualisierte KI-Cloud-Umsätze.
6 Milliarden Dollar „ATM“-Programm: Kapitalquelle mit Nebenwirkungen
Parallel zur Hardware-Offensive hat IREN am 4. März sein „At-the-market“-Aktienprogramm (ATM) auf 6 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Der neue Prospekt ersetzt ein vorheriges 1-Milliarde-Dollar-Programm, das bereits komplett ausgeschöpft war. Unter diesem Vorgängerprogramm hatte IREN laut Angaben mehr als 66,7 Millionen Stammaktien platziert und damit 1 Milliarde US-Dollar eingesammelt.
Der Knackpunkt: Bei rund 332,3 Millionen ausstehenden Aktien (Stand: 30. Januar) ist das neue Volumen groß genug, um die Sorge vor spürbarer Verwässerung zu schüren. Genau das erklärt, warum die Kapitalmaßnahme die gute Nachricht der GPU-Bestellung an der Börse zunächst überlagert hat.
Warum IREN so viel Geld braucht
IREN verweist auf einen sehr kapitalintensiven Ausbaupfad. In den vergangenen acht Monaten seien insgesamt rund 9,3 Milliarden US-Dollar an Finanzierung mobilisiert worden – unter anderem über Kunden-Vorauszahlungen, Wandelanleihen, GPU-Leasing und weitere Finanzierungsstrukturen.
Für die neuen GPU-Deployments in der zweiten Jahreshälfte 2026 rechnet das Unternehmen zusätzlich mit etwa 3,5 Milliarden US-Dollar an Investitionen. Das umfasst nicht nur die GPUs selbst, sondern auch Server, Storage, Netzwerk, Arbeitskosten und ergänzende Infrastruktur. Der Baufortschritt an den Standorten Childress und Mackenzie liege im Plan.
Analysten: grundsätzlich konstruktiv – mit klaren Warnhinweisen
Die Analystenreaktionen fallen gemischt, aber überwiegend konstruktiv aus. H.C. Wainwright bestätigte das „Buy“-Rating und ein Kursziel von 80 US-Dollar, betonte jedoch das gestiegene Verwässerungsrisiko. Zudem wird kritisch angemerkt, dass IREN Hardware im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar beschafft habe, bevor die entsprechenden Zusatzkapazitäten vertraglich gebunden seien – die Firma müsse also zeigen, dass sie nicht verplante GPU-Kapazität zu attraktiven Konditionen finanziert und auslastet.
Compass Point nennt ein Kursziel von 105 US-Dollar. Cantor Fitzgerald blieb zwar bei „Overweight“, senkte das Kursziel aber deutlich auf 82 US-Dollar (von 136). Auslöser waren Q2-2026-Zahlen mit niedrigerem Umsatz und bereinigtem EBITDA – begründet mit schwächeren Bitcoin-Preisen und einer Kapazitätsverschiebung weg vom Mining hin zu KI-Compute.
Marktreaktion: KI-Fantasie, aber Verwässerung im Vordergrund
Am Donnerstag schloss die Aktie bei 34,58 Euro und lag damit klar unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 39,55 Euro – ein Hinweis, dass die Kapitalmaßnahme kurzfristig schwerer wog als die Ausbaupläne.
Unterm Strich läuft bei IREN vieles auf eine operative Bewährungsprobe hinaus: Das Unternehmen muss die stark wachsende GPU-Flotte zügig in vertraglich gesicherte, wiederkehrende KI-Cloud-Erlöse übersetzen. Für die zweite Jahreshälfte 2026 wird damit entscheidend, wie reibungslos die gestaffelte Inbetriebnahme in Mackenzie und Childress gelingt – und wie schnell sich zusätzliche Kapazitäten in belastbare Kundenverträge verwandeln.
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