Intel Aktie: KI-Fokus
Intel bekommt gleich von mehreren Seiten Bewegung in die Story: Die Leerverkäufer ziehen sich spürbar zurück, während der Konzern seine KI- und Fertigungsstrategie weiter untermauert. Gleichzeitig bleibt der Druck durch Konkurrenz und die Frage der sauberen Umsetzung hoch.
Wichtige Punkte auf einen Blick:
- Leerverkaufsquote: −16,7% auf 111,6 Mio. Aktien (2,2% des Free Floats), Days-to-cover: 0,7
- Berichtete SambaNova-Investition: mindestens 100 Mio. US-Dollar (Finanzierungsrunde bis zu 500 Mio. US-Dollar)
- Q4 2025: Gewinn und Umsatz über Erwartungen, aber Umsatz −4,2% zum Vorjahr
- Ausblick Q1 2026: vorsichtig, u. a. wegen Lieferengpässen
Leerverkäufer treten den Rückzug an
Neue MarketBeat-Daten von gestern zeigen: Das Short Interest ist bis zum Stichtag 30. Januar um 16,7% auf 111.648.636 Aktien gefallen. Das entspricht rund 2,2% des Streubesitzes. Mit einer Days-to-cover-Quote von 0,7 würde es rechnerisch weniger als einen Handelstag dauern, die Positionen einzudecken.
Das passt zu einer zuletzt unruhigen Phase in der Aktie. Nach den Zahlen zum vierten Quartal gab es deutliche Ausschläge. Zwischenzeitlich rutschte der Kurs um mehr als 6% ab und fiel unter 50 US-Dollar, bevor er sich wieder erholte.
KI-Deal statt Übernahme?
Laut FX Leaders (Bericht von gestern und heute) bereitet Intel eine Investition von mindestens 100 Mio. US-Dollar in SambaNova Systems vor, ein nicht börsennotiertes Unternehmen für KI-Chips und -Systeme. Der Einstieg soll Teil einer größeren Finanzierungsrunde sein, die insgesamt bis zu 500 Mio. US-Dollar umfassen könnte.
Auffällig ist dabei der Ansatz: Statt einer Komplettübernahme steht offenbar eine strategische Minderheitsbeteiligung im Raum. Das würde Zugriff auf etablierte KI-Architekturen ermöglichen, ohne sich über einen Großdeal festzulegen. Kann Intel damit im KI-Wettlauf schneller Substanz aufbauen? Zumindest wäre es ein klarer Baustein, um das eigene KI-Ökosystem breiter aufzustellen.
Engpässe, China – und AMD im Nacken
Parallel bleibt die operative Lage angespannt. Im Serverprozessor-Geschäft meldet Intel weiterhin knappe Verfügbarkeit, besonders in China. Für bestimmte Rechenzentrums-Chips sollen sich Lieferzeiten laut Bericht auf bis zu sechs Monate strecken. Zudem werden Preissteigerungen von über 10% in mehreren Segmenten genannt. Weil China mehr als 20% des Umsatzes ausmacht, ist das für Intel alles andere als eine Randnotiz.
Auf der Wettbewerbsseite zeigen Zahlen von Mercury Research für Q4 2025 (Mitte Februar von Tom’s Hardware und The Register aufgegriffen): Bei Server-CPUs hielt Intel rund 71,2% der Auslieferungen, AMD kam auf 28,8% – ein Rekordwert für AMD und plus 3,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Bei Client-CPUs lag Intel bei etwa 70,8%. Im Desktop-Segment standen 63,6% (Intel) 36,4% (AMD) gegenüber, bei Mobile 74% zu 26%.
Mercury Research führt einen Teil des Rückgangs im Client-Bereich darauf zurück, dass Intel Fertigungskapazitäten zugunsten von Server-CPUs umgeschichtet hat – ausgelöst durch unerwartet starke Nachfrage aus Rechenzentren.
Zahlen, Ausblick und Analystenbild
Operativ lieferte das vierte Quartal besser als erwartet: Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,15 US-Dollar und damit über der Konsensschätzung von 0,08 US-Dollar. Der Umsatz erreichte 13,67 Mrd. US-Dollar (Erwartung: 13,37 Mrd. US-Dollar), lag aber 4,2% unter dem Vorjahreswert.
Für Q1 2026 stellte Intel eine vorsichtige Prognose in Aussicht: ein Break-even beim Ergebnis je Aktie und einen Umsatz von 11,7 bis 12,7 Mrd. US-Dollar. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen die Lieferengpässe.
Bei Analysten bleibt das Bild gemischt. Laut MarketBeat liegt das durchschnittliche Kursziel bei 45,74 US-Dollar, das mittlere Rating bei „Reduce“. Zu den jüngsten Anpassungen zählen: KeyCorp hob das Kursziel von 60 auf 65 US-Dollar („overweight“), RBC senkte von 50 auf 48 US-Dollar („sector perform“). UBS nennt 51 US-Dollar, Barclays 45 US-Dollar.
Zum Schluss noch ein Blick auf Insider-Transaktionen: Finanzvorstand David Zinsner kaufte am 26. Januar 5.882 Aktien zu 42,50 US-Dollar. April Miller Boise verkaufte am 2. Februar 20.000 Aktien zu 49,05 US-Dollar. Nächster Fixpunkt bleibt der Q1-Ausblick: Entscheidend wird sein, ob Intel die Engpässe spürbar lockert, ohne im Client-Geschäft weiter Marktanteile zu verlieren.
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