Intel Aktie: Ausblick bremst
Intel liefert – und trotzdem werden Anleger unruhig. Denn auf starke Zahlen für das vierte Quartal folgte ein Ausblick, der die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Der Knackpunkt: Ausgerechnet dort, wo die Nachfrage besonders hoch ist, kommt der Konzern kurzfristig nicht hinterher.
Gute Zahlen, aber der Blick nach vorn enttäuscht
Im vierten Quartal 2025 übertraf Intel die eigene Prognose erneut. Der Umsatz lag bei 13,7 Milliarden US-Dollar – laut Unternehmensangaben bereits das fünfte Quartal in Folge über der eigenen Guidance. Auch beim Ergebnis fiel die Überraschung positiv aus: Das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie betrug 0,15 US-Dollar, nachdem Intel im Oktober nur 0,08 US-Dollar in Aussicht gestellt hatte. Die Non-GAAP-Bruttomarge kam auf 37,9% und lag damit ebenfalls über den Erwartungen.
Finanzchef David Zinsner erklärte die bessere Marge vor allem mit dem höheren Umsatz und geringeren Rückstellungen auf Lagerbestände. Gegenwind kam allerdings durch einen höheren Anteil ausgelagerter Client-Produkte sowie durch die frühe Hochlaufphase der Intel-18A-Technologie im Umfeld des Core-Ultra-Serien-3-Starts.
Für das Gesamtjahr 2025 meldete Intel 52,9 Milliarden US-Dollar Umsatz (in etwa auf Vorjahresniveau) und ein Non-GAAP-EPS von 0,42 US-Dollar – nach minus 0,13 US-Dollar im Jahr 2024. Der operative Cashflow lag bei 9,7 Milliarden US-Dollar, zum Jahresende standen 37,4 Milliarden US-Dollar an Cash sowie kurzfristigen Investments in der Bilanz. Zudem bestätigte das Unternehmen, dass Nvidias angekündigte 5-Milliarden-Dollar-Investition im Quartal wie geplant abgeschlossen wurde.
Engpässe treffen ausgerechnet das Nachfragehoch
Der Auslöser für den Kursdruck war die Prognose für das erste Quartal 2026. Intel erwartet einen Umsatz zwischen 11,7 und 12,7 Milliarden US-Dollar (Mittelwert: 12,2 Milliarden) – unter dem von LSEG erfassten Analystenkonsens von 12,51 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt Intel nur ein Break-even in Aussicht; Analysten hatten im Schnitt mit 0,05 US-Dollar gerechnet.
Warum fällt der Ausblick so vorsichtig aus, obwohl die Nachfrage – besonders im AI-Rechenzentrumsumfeld – hoch ist? Intel verweist auf Liefer- und Kapazitätsgrenzen. CEO Lip-Bu Tan sprach offen von kurzfristiger Enttäuschung, weil man die Nachfrage nicht vollständig bedienen könne. Gleichzeitig sei der Puffer an Lagerbeständen aufgebraucht. Hinzu kommt: Eine Wafer-Mix-Verschiebung in Richtung Server, die bereits im dritten Quartal 2025 gestartet wurde, schlägt erst spät im ersten Quartal 2026 als fertiges Produkt durch. Laut Zinsner seien die internen Engpässe im ersten Quartal am stärksten, ab dem zweiten Quartal soll es besser werden.
Lichtblicke im KI-Geschäft – gemischtes Bild in den Sparten
In den Segmenten zeigte sich im vierten Quartal ein uneinheitliches Bild:
- Client Computing Group (CCG): 8,2 Mrd. US-Dollar Umsatz, -7% zum Vorjahr
- Data Center & AI (DCAI): 4,7 Mrd. US-Dollar Umsatz, +9%
- Intel Foundry: 4,5 Mrd. US-Dollar Umsatz, +4%
Besonders das Data-Center- und AI-Geschäft stach heraus. Das Management verwies darauf, dass die Einheiten von „AI PCs“ sequenziell um 16% zulegten. Zudem wuchs das Custom-ASIC-Geschäft 2025 um mehr als 50% und erreichte eine annualisierte Umsatzrate von über 1 Milliarde US-Dollar.
Auch technologisch setzt Intel Akzente: Der Konzern liefert nach eigenen Angaben bereits Produkte auf Basis des Intel-18A-Fertigungsprozesses aus, und die Core-Ultra-Serie 3 wurde auf der CES in mehr als 200 Notebook-Designs vorgestellt. Tan betonte jedoch, dass die Ausbeuten zwar im Plan lägen, aber noch unter seinem Anspruch.
Beim Aktienkurs blieb die Reaktion spürbar: Der Titel schloss am Freitag bei 47,31 US-Dollar.
Zum Ausblick für 2026 nennt Intel unter anderem rund 16 Milliarden US-Dollar Non-GAAP-Operating-Expenses, leicht sinkende bis stabile Investitionsausgaben (mit Schwerpunkt im ersten Halbjahr), positiven bereinigten Free Cashflow sowie die Rückzahlung von 2,5 Milliarden US-Dollar fälliger Schulden. Gleichzeitig macht das Management klar, wohin die Reise bei der Profitabilität gehen soll: Kurzfristig steht eine Bruttomarge von 40% als Ziel im Raum – die für Q1 avisierte Marge von 34,5% bezeichnete Intel ausdrücklich als nicht akzeptabel. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll außerdem ein Investor Day in Santa Clara folgen.
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