IBM Aktie: KI sorgt für Druck
IBM gerät diese Woche in einen Sog, der gerade viele Softwarewerte erfasst: Anleger fürchten, dass neue KI-Funktionen klassische Software-Geschäftsmodelle schneller angreifen könnten als gedacht. Ausgerechnet nach starken Quartalszahlen rückt damit nicht das Erreichte in den Mittelpunkt – sondern die Frage, wie dauerhaft die Nachfrage nach „traditioneller“ Software bleibt.
KI-Sorgen reißen den Sektor mit
Auslöser der jüngsten Nervosität war laut Reuters die Vorstellung neuer KI-Plug-ins von Anthropic für den „Claude Cowork“-Agenten. Das Tool kann Aufgaben etwa in Recht, Vertrieb, Marketing und Datenanalyse automatisiert abarbeiten. Genau das trifft einen wunden Punkt: Wenn Kunden mehr Prozesse direkt über KI-Agenten lösen, könnten einige Softwareanbieter mittelfristig Preisdruck bekommen – oder Kunden bauen Lösungen gleich selbst.
IBM wurde am Dienstag im Dow Jones als schwächster Wert genannt; die Aktie verzeichnete dabei den größten prozentualen Tagesverlust seit Oktober 2021. Diese Einordnung unterstreicht: Hier ging es weniger um eine einzelne IBM-Nachricht, sondern um eine breite Risikoaversion gegenüber Software- und IT-Services.
Gute Zahlen – aber ein Haken bei Red Hat
Noch vor wenigen Tagen sah das Bild deutlich freundlicher aus. Ende Januar hatte IBM für das vierte Quartal 2025 die Erwartungen übertroffen:
- Gewinn je Aktie (bereinigt): 4,52 USD (Erwartung: 4,32 USD)
- Umsatz: 19,69 Mrd. USD (Erwartung: 19,23 Mrd. USD)
- Software-Umsatz: +14% auf 9,03 Mrd. USD (über den Schätzungen)
- Nettoergebnis: 5,6 Mrd. USD (Vorjahr: 2,92 Mrd. USD)
Treiber war vor allem das Software-Segment: Automation legte um 18% zu, der Data-Bereich um 22%. Zudem bezifferte IBM das „Generative-AI-Book-of-Business“ auf mehr als 12,5 Mrd. USD – kündigte aber gleichzeitig an, diese Kennzahl ab dem ersten Quartal 2026 nicht mehr separat auszuweisen.
Auf der anderen Seite zeigte sich ein Dämpfer bei Red Hat: Das Wachstum der Hybrid-Cloud-Einheit verlangsamte sich im vierten Quartal auf 10%, nach 14% im dritten Quartal und 16% im zweiten Quartal. Reuters führt das teilweise auf den US-Regierungsstillstand Ende 2025 zurück, der das Wachstum um „ein paar Punkte“ gedrückt habe – der Bund steht demnach für rund 15% der Hybrid-Cloud-Buchungen.
Ausblick 2026: Mehr Cashflow, weniger Wachstum
Für 2026 stellt IBM ein Umsatzwachstum von mehr als 5% in Aussicht – nach 8% im Jahr 2025. Beim Free Cashflow erwartet das Unternehmen dagegen einen Zuwachs um 1 Mrd. USD, nachdem 2025 14,7 Mrd. USD erreicht wurden. Zusätzlich plant IBM, 2026 rund 600 Mio. USD Verwässerung im Zusammenhang mit der laufenden 11-Mrd.-USD-Übernahme von Confluent zu verkraften.
Was heißt das für die Einordnung der KI-Sorgen – ist der Markt gerade überempfindlich? Die Skepsis speist sich weniger aus IBMs Quartalsbericht als aus der Annahme, dass KI-Tools die Wertschöpfung in Software verschieben und Kunden Alternativen schneller testen könnten.
Die Aktie notiert aktuell bei 294,31 USD und liegt damit in den vergangenen sieben Tagen 13,52% im Plus – ein Hinweis darauf, wie abrupt die Stimmung nach der jüngsten Rally drehen kann.
Am 10. Februar steht der Ex-Tag für die zuletzt beschlossene Quartalsdividende von 1,68 USD je Aktie an; die nächste Quartalsbilanz ist laut Investor Relations vorläufig für den 22. April 2026 terminiert. Dann wird sich zeigen, ob das Software-Wachstum die Red-Hat-Delle kompensieren kann – und ob IBM die KI-Diskussion mit belastbaren Trends im Geschäft wieder einfängt.
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