Der IT-Konzern IBM drückt beim Ausbau seiner KI-Infrastruktur aufs Tempo. Innerhalb weniger Tage schloss das Unternehmen eine historische Milliardenübernahme ab und erweiterte eine weitreichende Partnerschaft mit Nvidia. Das Marktumfeld bleibt allerdings schwierig, denn die Wall Street reagiert auf die strategische Offensive überraschend kühl.

KI-Offensive auf zwei Säulen

Am Dienstag vollzog IBM die elf Milliarden US-Dollar schwere Übernahme des Daten-Spezialisten Confluent. Es ist der größte Zukauf seit der HashiCorp-Integration im Jahr 2024. Fast zeitgleich verkündete das Management auf der GTC-Konferenz eine vertiefte Zusammenarbeit mit Nvidia. Ab dem zweiten Quartal 2026 wird IBM die neuen Blackwell Ultra GPUs in seiner Cloud für groß angelegtes KI-Training anbieten.

Wie effizient diese Infrastruktur in der Praxis arbeitet, zeigt ein erstes Projekt bei Nestlé. Durch die Kombination von Nvidia-Hardware und der IBM-Software sank die Laufzeit komplexer Datenabfragen von 15 auf drei Minuten. Das Unternehmen verzeichnete dadurch Kosteneinsparungen von 83 Prozent.

Der Schatten des Februar-Rutsches

Diese operativen Fortschritte können die Bedenken der Investoren derzeit kaum zerstreuen. Ursache für die anhaltende Zurückhaltung ist ein Ereignis aus dem vergangenen Monat. Ende Februar verlor IBM an einem einzigen Tag über 31 Milliarden US-Dollar an Börsenwert. Auslöser war die Ankündigung von Anthropic, dass ihr neues KI-Tool veraltete COBOL-Systeme modernisieren könne – ein direkter Angriff auf das lukrative Mainframe-Geschäft von IBM.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei IBM?

Branchenexperten wie Gartner-Analyst Matt Brasier ordnen die Gefahr zwar als geringer ein, da die Modernisierungskosten für Kunden oft den Nutzen übersteigen. Zudem bietet IBM längst eigene KI-Werkzeuge für COBOL an. Die Angst vor einer branchenweiten Disruption sitzt bei Anlegern dennoch tief und belastet den gesamten Software-Sektor.

Analysten senken den Daumen

Entsprechend vorsichtig positionieren sich die großen Investmentbanken nach dem Abschluss des Confluent-Deals. Mehrere Analysten passten in dieser Woche ihre Erwartungen nach unten an:

  • BMO Capital Markets: Kursziel von 350 auf 290 US-Dollar gesenkt (Rating: Market Perform)
  • JPMorgan: Kursziel von 317 auf 283 US-Dollar reduziert (Rating: Neutral)

Die Aktie spiegelt diese Skepsis wider. Mit einem aktuellen Kurs von 209,95 Euro summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf über 15 Prozent.

Das Unternehmen steht nun vor der konkreten Aufgabe, die teuer eingekaufte Confluent-Technologie zügig in das eigene Ökosystem zu integrieren. Gleichzeitig muss IBM im anlaufenden zweiten Quartal beweisen, dass die neuen Nvidia-Kapazitäten in der Cloud tatsächlich zu messbaren Marktanteilsgewinnen führen.

IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 20. März liefert die Antwort:

Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...