Hims & Hers befindet sich mitten in einem ambitionierten Umbau: Der US-Telemedizin-Anbieter setzt gleichzeitig auf eine neue Strategie im Heimatmarkt und eine aggressive internationale Expansion. Beides kostet Geld — und drückt kurzfristig auf die Zahlen.

Die Eucalyptus-Übernahme als Kernstück

Das teuerste Vorhaben ist die geplante Übernahme des australischen Telemedizin-Unternehmens Eucalyptus, die am 19. Februar 2026 angekündigt wurde. Der Deal ist mit bis zu 1,15 Milliarden US-Dollar bewertet, rund 240 Millionen Dollar werden bei Abschluss in bar fällig. Der Rest verteilt sich auf garantierte Ratenzahlungen über 18 Monate sowie erfolgsabhängige Zahlungen bis Anfang 2029.

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Eucalyptus betreibt fünf digitale Gesundheitskliniken in Australien, Großbritannien und Deutschland — mit wachsender Präsenz in Japan und Kanada. Nach dem Abschluss, der für Mitte 2026 erwartet wird, soll die Markenpalette vollständig in Hims & Hers integriert werden.

Eucalyptus ist nicht die einzige Akquisition. Zuletzt übernahm das Unternehmen auch die europäische Telemedizin-Plattform Zava mit Zugang zu Deutschland, Frankreich, Irland und Großbritannien, die kanadische Gewichtsmanagement-Plattform Livewell sowie das Bostoner Unternehmen YourBio Health, das eine spezielle Blutentnahmetechnologie mit hauchdünnen Mikronadeln entwickelt hat.

Kurzfristiger Gegenwind durch GLP-1-Regulierung

Die strategische Dynamik steht im Kontrast zu den kurzfristigen Finanzzahlen. Im vierten Quartal 2025 erzielte Hims & Hers einen Umsatz von 617,8 Millionen Dollar — ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Guidance für das erste Quartal 2026 von 600 bis 625 Millionen Dollar blieb jedoch hinter den Analystenerwartungen zurück. Das Management begründete dies mit einem Belastungsfaktor von rund 65 Millionen Dollar durch regulatorische Änderungen beim Versand von compoundiertem Semaglutid.

Gleichzeitig drückt der Schwenk hin zu markeneigenen GLP-1-Medikamenten auf die Bruttomargen, die historisch über 75 Prozent lagen. Das Unternehmen nimmt diesen Margendruck bewusst in Kauf, um Rechtsrisiken zu reduzieren und höhere Umsatzvolumina zu erzielen.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management einen Umsatz zwischen 2,7 und 2,9 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes EBITDA von 300 bis 375 Millionen Dollar. Das langfristige Umsatzziel von mehr als 6,5 Milliarden Dollar bis 2030 wurde bekräftigt.

Analysten bleiben vorsichtig

Die Wall Street hält sich mit Begeisterung zurück. Der Konsens von 17 Analysten (Stand: 16. März 2026) lautet auf „Halten" mit einem durchschnittlichen Kursziel von 31,29 Dollar. Leerink Partners hob sein Ziel von 17,50 auf 25 Dollar an, bestätigte aber die neutrale Einstufung mit Verweis auf die unsichere Q1-Guidance. Deutsche Bank erhöhte das Kursziel von 25 auf 28 Dollar, ebenfalls bei „Halten" — die Novo-Nordisk-Partnerschaft sei strukturell positiv, die Umsetzungsrisiken rund um den GLP-1-Rollout aber noch nicht ausgeräumt.

Die Aktie notiert aktuell rund 69 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 70,43 Dollar, hat sich nach dem Tief bei 13,74 Dollar aber deutlich erholt. Anfang März legte der Kurs binnen zwei Wochen über 50 Prozent zu — getrieben von der Novo-Nordisk-Vereinbarung und der Eucalyptus-Ankündigung. Mitte Mai folgen die Quartalszahlen für Q1 2026, die zeigen werden, wie stark der regulatorische Gegenwind tatsächlich ausgefallen ist.

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