Nach einem monatelangen Rechtsstreit um umstrittene Abnehmspritzen vollzieht Hims & Hers Health eine radikale Kehrtwende. Der Telemedizin-Anbieter beendet den Verkauf von Nachahmerpräparaten und verbündet sich stattdessen offiziell mit dem Pharmariesen Novo Nordisk. Diese strategische Neuausrichtung löst nicht nur juristische Blockaden, sondern katapultierte den Börsenwert in nur wenigen Tagen in neue Höhen.

Vom Streit zur Partnerschaft

Die Basis für die Kursrally von fast 57 Prozent in dieser Woche lieferte eine am 9. März verkündete Kooperation. Hims & Hers wird noch in diesem Monat die Original-Medikamente Ozempic und Wegovy auf seiner Plattform anbieten. Damit endet eine turbulente Phase. Erst im Februar hatte Novo Nordisk das Unternehmen verklagt, weil es günstigere, individuell gemischte Versionen der Abnehmpräparate verkaufte.

Unter dem wachsenden Druck der US-Gesundheitsbehörde FDA stellte Hims & Hers den Vertrieb dieser sogenannten Compounding-Produkte nun ein. Ausnahmen soll es nur noch in seltenen, medizinisch begründeten Einzelfällen geben. Im Gegenzug ließ Novo Nordisk die Klage fallen. Das bereinigte die rechtlichen Risiken, die schwer auf dem Aktienkurs gelastet hatten.

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Starke Zahlen stützen den Kurs

Dieser strategische Wechsel trifft auf ein ohnehin starkes operatives Fundament. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 steigerte der Telemedizin-Anbieter seinen Umsatz um 59 Prozent auf 2,34 Milliarden US-Dollar. Die Abonnentenzahl kletterte auf über 2,5 Millionen. Besonders das internationale Geschäft verzeichnete im vierten Quartal ein extremes Wachstum von 825 Prozent, wenn auch von einer niedrigen Basis ausgehend.

Die Wall Street reagierte umgehend auf die bereinigte Rechtslage und das anhaltende Wachstum:
* Barclays: Kursziel von 25 auf 29 US-Dollar angehoben (Rating: "Overweight")
* Citi: Hochstufung von "Sell" auf "Neutral"
* Q4-Umsatz: 617,8 Millionen US-Dollar (über Markterwartung)

Gewinnmitnahmen nach Kurssprung

Nach dem rasanten Anstieg nutzten einige Anleger am Donnerstag die Gelegenheit, um Kasse zu machen. Die Aktie schloss mit einem Minus von knapp 8 Prozent bei 23,84 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag dabei mit 68 Millionen gehandelten Papieren weit über dem dreimonatigen Durchschnitt von 30 Millionen.

Trotz der starken Woche notiert das Papier auf Jahressicht noch immer rund 28 Prozent im Minus. Dieser Abschlag spiegelt die Nachwehen der früheren regulatorischen Unsicherheiten wider. Die Integration der originalen Novo-Nordisk-Produkte in den kommenden Wochen wird nun der erste konkrete Härtetest für das neue, auf Markenmedikamente fokussierte Geschäftsmodell sein.

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