Hensoldt Aktie: Weltraum, Chips und 10.000 Jobs
Jahresbericht morgen, Satellitenpläne für 2029, 900.000 Halbleiterbausteine gesichert — bei Hensoldt verdichten sich gerade mehrere strategische Fäden gleichzeitig. Während die Aktie in den vergangenen 30 Tagen rund zehn Prozent verloren hat, sendet das Management ein klares Gegensignal: CEO Oliver Dörre kaufte zuletzt 1.000 eigene Aktien zu je 75,25 Euro.
Jahresbericht trifft auf Lieferkettenrealität
Am 26. März veröffentlicht Hensoldt seinen geprüften Jahresbericht für 2025. Die Eckdaten sind bereits bekannt: Neuaufträge von 4,71 Milliarden Euro — ein Plus von 62 Prozent — trieben den Auftragsbestand auf 8,83 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs mit 9,6 Prozent auf 2,455 Milliarden Euro deutlich langsamer. Engpässe bei elektronischen Bauteilen und fehlende Fachkräfte bremsen die Abarbeitung.
Morgen müssen die Zahlen zeigen, ob die optimierte Lieferkettenstrategie bereits messbare Wirkung entfaltet. Zur Absicherung der Versorgung hat Hensoldt einen Vertrag mit United Monolithic Semiconductors geschlossen: Bis 2030 liefert UMS 900.000 Gallium-Nitrid-Chips — Hochleistungsbausteine, die das Herzstück der Radarsysteme bilden und unter anderem für die European Sky Shield Initiative benötigt werden.
Satellitenkonstellation bis 2029
Parallel zur operativen Tagesarbeit treibt Hensoldt seine Weltraumambitionen voran. CEO Dörre plant, noch in diesem Jahr ein Radar für den Weltraumeinsatz zu qualifizieren. Die Serienproduktion von SAR-Sensoren soll 2028 anlaufen. Gemeinsam mit dem KI-Verteidigungsunternehmen Helsing und dem norwegischen Konzern Kongsberg Defence & Aerospace entsteht bis 2029 eine europäische Satellitenkonstellation für Aufklärung und Zielerfassung — Hensoldt steuert SAR-Radar-, EO/IR- und Elektronische-Kriegsführungs-Sensoren bei. Als bevorzugter Startpartner ist Isar Aerospace mit seinem Komplex beim norwegischen Andøya Space gesetzt.
Kapazitätsausbau mit externer Hilfe
Um den Auftragsbestand abarbeiten zu können, investiert Hensoldt seit 2022 rund zwei Milliarden Euro in den Ausbau industrieller Kapazitäten — eine weitere Milliarde ist geplant. Bis Ende 2026 soll die Belegschaft erstmals die 10.000-Mitarbeiter-Marke überschreiten. Allein in diesem Jahr sind 1.600 Neueinstellungen vorgesehen.
Einen Teil davon holt sich Hensoldt gezielt aus der Autokrise: Am 16. März unterzeichnete das Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung mit Aumovio, das konzernweit rund 4.000 Stellen abbaut — davon 600 in Süddeutschland. Genau jene Systemingenieure, Softwareentwickler und Elektrotechniker, die Aumovio freisetzen wird, braucht Hensoldt an seinen Standorten in Ulm, Lindau und Markdorf.
Das politische Rückenwind-Szenario bleibt intakt: Deutschlands Sondervermögen von über 108 Milliarden Euro für Verteidigung sowie das EU-Programm SAFE mit 150 Milliarden Euro stützen die Nachfragebasis strukturell.
Am 6. Mai folgen die Zahlen zum ersten Quartal 2026 — dann wird sich zeigen, ob Kapazitätsausbau und die laufende Nedinsco-Integration die Umsetzungsgeschwindigkeit tatsächlich erhöht haben.
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