Die Automobilindustrie blutet — Hensoldt profitiert. Der Rüstungselektronik-Konzern zapft gezielt den Stellenabbau bei Autozulieferern an, um seinen eigenen Personalengpass zu beheben. Die jüngste Kooperation mit AUMOVIO ist dabei kein Zufall, sondern Teil einer systematischen Rekrutierungsstrategie.

AUMOVIO, ein Spin-off von Continental, streicht weltweit bis zu 4.000 Stellen. An den süddeutschen Standorten Ulm, Lindau und Markdorf sind bis zu 600 Beschäftigte betroffen — viele davon Systemingenieure und Softwareentwickler. Genau das Profil, das Hensoldt sucht. Die geografische Nähe zu Hensoldt-Niederlassungen macht den Wechsel für Betroffene praktikabel, die Vereinbarung läuft bis Ende 2026.

Kein Einzelfall

Diese Kooperation steht nicht für sich. Bereits zuvor hatte Hensoldt mit Continental für das geschlossene Werk in Wetzlar kooperiert und eine ähnliche Vereinbarung mit Bosch in Baden-Württemberg geschlossen. Keine andere Branche in Deutschland baut derzeit so massiv Personal ab wie die Automobilzulieferer — Hensoldt kehrt diesen Trend gezielt um.

Der Hintergrund: Hensoldts Auftragseingang stieg 2025 um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro, der Auftragsbestand liegt bei 8,83 Milliarden Euro — mehr als das Dreifache des Jahresumsatzes. Der tatsächliche Umsatz wuchs jedoch nur um 9,6 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Die Schere zwischen eingehenden Aufträgen und ausgelieferter Leistung ist das strukturelle Kernproblem.

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Milliarden für mehr Kapazität

Personalgewinnung allein reicht nicht. Hensoldt plant für 2026 insgesamt 1.600 Neueinstellungen — nach rund 1.200 im Vorjahr — und baut die Belegschaft von etwa 9.000 Mitarbeitern damit um fast 18 Prozent aus. Parallel dazu sind rund eine Milliarde Euro Investitionsausgaben für den Zeitraum 2025 bis 2027 vorgesehen. Im Ostalbkreis laufen fortgeschrittene Verhandlungen über das Triumph-Gelände in Aalen als neuen Produktionsstandort.

Rückenwind kommt von der Politik: Deutschlands Verteidigungssonderfonds von über 108 Milliarden Euro und das 150 Milliarden Euro schwere SAFE-Kreditprogramm der EU sorgen für stabile Nachfrage. Zuletzt sicherte sich Hensoldt Aufträge über mehr als 100 Millionen Euro für TRML-4D-Luftverteidigungsradare im Rahmen der European Sky Shield Initiative.

Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19 Prozent. Ob der Personalaufbau und die Standorterweiterungen die Lücke zwischen Auftragsbestand und tatsächlichem Umsatz spürbar schließen, zeigt der geprüfte Konzernabschluss am 26. März — gefolgt von den Q1-Zahlen am 6. Mai 2026.

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