Der Mainzer Impfstoffhersteller ordnet seine Krebsforschung radikal neu. Während ein einstiger Hoffnungsträger aus der mRNA-Forschung einen herben Rückschlag erleidet, rückt nun ein neuartiger Antikörper in den Fokus. Für diese strategische Neuausrichtung nimmt das Management gewaltige Forschungs- und Entwicklungskosten in Kauf, die den Umsatz im laufenden Jahr übersteigen werden.

Klinischer Dämpfer erzwingt Umdenken

Verantwortlich für die Anpassung der Pipeline ist ein direkter Rückschlag im Labor. Gemeinsam mit dem Partner Roche hat das Unternehmen eine Phase-2-Studie für die mRNA-Immuntherapie Autogene Cevumeran bei Urothelkarzinomen gestoppt. Als Grund wird ein sich schnell veränderndes Behandlungsumfeld genannt. Dieser Schritt reiht sich in vorherige Schwierigkeiten des Programms ein: Zuvor scheiterte der Kandidat bereits bei schwarzem Hautkrebs, während sich finale Daten für Darmkrebsstudien wegen einer zu geringen Ereignisrate bis 2027 verzögern.

Als neues Herzstück der Onkologie-Strategie kristallisiert sich stattdessen der bispezifische Antikörper Pumitamig heraus. Das gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelte Medikament zielt auf den PD-L1/VEGF-Signalweg ab und wird derzeit in über 20 klinischen Studien an mehr als 1.200 Patienten getestet. Die finanziellen Dimensionen sind enorm: Die Partnerschaft stellt Meilensteinzahlungen von bis zu 7,6 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Um keine Zeit zu verlieren, überspringt das Mittel teilweise frühe Testphasen und geht direkt in zulassungsrelevante Phase-2/3-Studien über, etwa bei Brust- und Darmkrebs.

Voller Fokus auf die Forschung

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Um diesen aggressiven Zeitplan zu finanzieren, greift das Unternehmen tief in die Tasche. Bei einem erwarteten Jahresumsatz von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro für 2026 sollen allein die Forschungs- und Entwicklungsausgaben bei bis zu 2,5 Milliarden Euro liegen. Möglich macht diese Strategie ein massives Finanzpolster von über 17 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren. Der Markt reagierte auf diese hohen Ausgaben und den Nettoverlust von 1,13 Milliarden Euro im Jahr 2025 zuletzt mit Zurückhaltung, was sich in einem Kursrückgang von knapp 12 Prozent auf Monatssicht widerspiegelt.

Dieser Umbau der Pipeline fällt mit einem grundlegenden Wechsel an der Führungsspitze zusammen. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci ziehen sich aus dem operativen Geschäft zurück, um ein neues, unabhängiges mRNA-Unternehmen aufzubauen, an dem BioNTech eine Minderheitsbeteiligung halten wird. Die Suche nach geeigneten Nachfolgern läuft bereits.

Das laufende Jahr markiert somit eine entscheidende Übergangsphase für die Mainzer. Bis Ende 2026 plant das Unternehmen 15 laufende Phase-3-Studien sowie sieben wichtige Datenveröffentlichungen aus späten klinischen Phasen. Diese anstehenden Studienergebnisse müssen den klinischen Beweis liefern, dass die starke Fokussierung auf Antikörper den Ausfall der gestoppten mRNA-Programme kompensieren kann.

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