Wenn gleich zwei schlechte Nachrichten zusammentreffen, wird es für Aktionäre schnell unangenehm. Hensoldt erlebt gerade genau das: Ein Vorstandsmitglied verlässt aus gesundheitlichen Gründen überraschend das Unternehmen – und gleichzeitig kippt die Stimmung im gesamten Rüstungssektor. Plötzlich steht die Frage im Raum: War die Rally bei Verteidigungsaktien nur ein Strohfeuer? Die Anleger reagieren nervös und drücken den Kurs deutlich unter die psychologisch wichtige 69-Euro-Marke.

Personalchef schmeißt hin – zur Unzeit

Die erste Hiobsbotschaft kommt aus dem Unternehmen selbst. Personalvorstand Lars Immisch verlässt Hensoldt zum Jahresende aus gesundheitlichen Gründen. Erst seit Oktober 2022 gehörte er dem Führungsgremium an. Zwar betont der MDAX-Konzern, dass bereits eine Nachfolgelösung steht, doch Märkte reagieren auf plötzliche Wechsel in der Führungsetage allergisch.

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Das Timing könnte kaum ungünstiger sein. Operativ läuft es bei dem Rüstungselektronik-Spezialisten eigentlich rund, die Auftragsbücher sind voll. Doch wenn Vorstände kurzfristig ausscheiden, wittern Investoren schnell tieferliegende Probleme – ob berechtigt oder nicht. Die Aktie gibt nach.

Friedenshoffnung als Branchen-Killer?

Noch schwerer wiegt jedoch der zweite Faktor: Die gesamte europäische Verteidigungsbranche gerät unter Druck. Berichte über mögliche Friedensgespräche im Ukraine-Konflikt sorgen für Nervosität. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj soll Gespräche mit der künftigen US-Administration unter Donald Trump in Aussicht stellen.

Was das für Rüstungsaktien bedeutet:

  • Anleger fürchten ein Ende der extremen Nachfragedynamik
  • Ein "Einfrieren" des Konflikts könnte Auftragsvolumen schmälern
  • Gewinnmitnahmen treffen nicht nur Hensoldt, sondern auch Rheinmetall und RENK
  • Die Rally der letzten Jahre wird plötzlich hinterfragt

Die Rechnung ist simpel: Weniger Krieg bedeutet weniger Aufrüstung. Und weniger Aufrüstung bedeutet geringere Umsätze für Hensoldt, dessen Sensoren und Radarsysteme in Zeiten militärischer Hochspannung besonders gefragt sind.

Charttechnisch wird es eng

Mit dem Rutsch unter 69 Euro nähert sich der Kurs kritischen Unterstützungszonen. Im XETRA-Handel markierte die Aktie zwischenzeitlich ein Tagestief bei 68,20 Euro – weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 115,10 Euro. Die Volatilität bleibt mit annualisierten 47,43 Prozent auf einem nervösen Niveau.

Der RSI von 68,2 signalisiert zwar noch keine Überhitzung, doch die Notierung liegt mittlerweile 26 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Das zeigt: Der Abwärtstrend hat an Fahrt gewonnen. Die Diskrepanz zwischen operativer Stärke – volle Auftragsbücher, bestätigte Großaufträge im Sensorik-Bereich – und sinkenden Kursen wird größer.

Für Investoren heißt das: Der Markt bewertet Rüstungsaktien neu. Die Frage lautet nicht mehr nur "Wie viele Aufträge kommen?", sondern "Wie lange läuft der Boom noch?". Die Kombination aus Management-Unsicherheit und geopolitischer Entspannungshoffnung lässt viele Anleger ihre Gewinne realisieren. Ob das der Auftakt zu einer größeren Korrektur ist oder nur eine Atempause nach der starken Performance – darüber entscheiden die nächsten Wochen.

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