Der Fed-Entscheid dominiert heute die Schlagzeilen — dabei ist die eigentlich relevante Entwicklung für den Goldmarkt längst im Gange. Während Händler Powells Worte auf Hinweise zum künftigen Zinspfad abklopfen, akkumulieren Zentralbanken weltweit Gold in einem Tempo, das jeden einzelnen Zinszyklus überdauert.

Der Preis liegt aktuell bei rund 4.866 Dollar je Feinunze, rund drei Prozent unter dem gestrigen Schlusskurs — ein Rücksetzer, der vor dem Fed-Entscheid wenig überrascht. Die eigentliche Geschichte spielt sich woanders ab.

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Strukturelle Käufer, die sich vom Tageskurs kaum beirren lassen

Die globalen Zentralbankkäufe summierten sich 2025 auf 863 Tonnen — deutlich über dem Jahresdurchschnitt von 473 Tonnen zwischen 2010 und 2021, auch wenn die außergewöhnliche 1.000-Tonnen-Schwelle der Vorjahre knapp verfehlt wurde. Größter Einzelkäufer war die Polnische Nationalbank mit 102 Tonnen. Insgesamt erhöhten 22 Institutionen ihre Bestände um mindestens eine Tonne.

Noch aufschlussreicher als die Kaufzahlen selbst ist die Absichtserklärung: In der Zentralbank-Umfrage des World Gold Council gaben 43 Prozent der Befragten an, die eigenen Goldreserven erhöhen zu wollen — gegenüber 29 Prozent im Vorjahr und der höchste Wert in der achtjährigen Geschichte der Erhebung. Keine einzige Zentralbank plante eine Reduzierung.

Dieser Trend beschränkt sich längst nicht mehr auf die großen Schwellenländer. Die serbische Nationalbank will ihre Reserven bis 2030 auf mindestens 100 Tonnen aufstocken. Madagaskar und Südkorea signalisierten auf der LBMA-Konferenz in Kyoto ähnliche Absichten.

Geopolitik als zusätzlicher Preistreiber

Zum strukturellen Kaufdruck kommt eine geopolitische Risikoprämie: Israelische Angriffe auf den Iran und Gegenschläge auf ein Erdgasfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben die Ölpreise zuletzt deutlich angetrieben. Für die Fed bedeutet das eine unangenehme Ausgangslage — steigende Energiepreise erhöhen den Inflationsdruck erneut, während der Arbeitsmarkt bereits Schwäche zeigt.

Das CME FedWatch-Tool weist eine Wahrscheinlichkeit von rund 99 Prozent aus, dass die Zinsen heute unverändert bleiben. Entscheidender als der Beschluss selbst wird der neue Dot Plot sein — die quartalsweisen Projektionen der Fed-Mitglieder zu Wachstum, Inflation und dem erwarteten Zinspfad bis Ende 2026.

Offiziell gemeldete Zahlen unterschätzen die tatsächliche Nachfrage

Ein Detail, das in der Debatte oft untergeht: Die Lücke zwischen offiziell gemeldeten Käufen und den Schätzungen von Metals Focus deutet darauf hin, dass nicht öffentlich sichtbare Aktivitäten 57 Prozent des Jahresgesamtvolumens 2025 ausmachten. Die tatsächliche Nachfrage ist strukturell robuster, als die Statistiken zeigen.

Solange De-Dollarisierung und erhöhte Sanktionsrisiken die strategische Attraktivität von Gold als Reserveanlage untermauern, dürfte dieser Käuferstrom unabhängig davon bestehen bleiben, ob Powell heute hawkish oder dovish klingt.

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