Glencore Aktie: Kupferfokus
Glencore setzt nach dem geplatzten Rio-Tinto-Fusionsprojekt auf neue Hebel: mehr Kupfer, mehr Flexibilität – und Deals, die eher über clevere Finanzierung als über klassische Übernahmen laufen. Genau so lässt sich das nun diskutierte Paket in Kasachstan lesen. Doch wie belastbar ist das Vorhaben, wenn zentrale Details noch nicht bestätigt sind?
Zuletzt blieb die Aktie trotzdem gefragt: Am Freitag schloss sie bei 5,77 Euro (-2,02%). Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 21,62% zu Buche.
Kasachstan-Deal: 800 Millionen Dollar als Vorabzahlung
Laut einem Bericht der Financial Times vom 5. März will Glencore den kasachischen Unternehmer Shakhmurat Mutalip bei dessen 1,4-Milliarden-Dollar-Gebot für 40% an der Eurasian Resources Group (ERG) unterstützen. Der Kniff: ein 800-Millionen-Dollar-„Prepayment“, also eine Vorabzahlung – im Gegenzug für künftige Ferrochrom-Lieferungen, die vor allem in der Stahlproduktion genutzt werden.
Mutalips Angebot soll dem Bericht zufolge kurz vor dem Abschluss stehen und ein Konkurrenzgebot von Shukhrat Ibragimov (CEO von Eurasian Resources) überholt haben. Gleichzeitig laufen laut FT Gespräche über den Erwerb von Glencores 70%-Beteiligung am kasachischen Bergbauunternehmen Kazzinc, die mit rund 3,5 Milliarden Dollar bewertet wird.
Wichtig: Das Finanzierungspaket wurde von den beteiligten Parteien bislang nicht bestätigt. Zudem könnten Genehmigungshürden Struktur und Zeitplan verändern oder die Umsetzung erschweren.
Zahlen 2025: Zweites Halbjahr deutlich stärker
Operativ liefert Glencore ein gemischtes Bild mit spürbarer Belebung zum Jahresende. 2025 stieg der Umsatz auf 247,5 Milliarden US-Dollar (Vorjahr: 230,9 Milliarden). Das bereinigte EBITDA lag mit 13,5 Milliarden Dollar jedoch 6% unter dem Vorjahr. Unterm Strich drehte das Ergebnis wieder ins Positive: Der Nettogewinn betrug 363 Millionen Dollar, nach einem Verlust von 1,634 Milliarden Dollar in 2024.
Auffällig ist die Dynamik in H2: Das Industrial Adjusted EBITDA lag 65% über H1, das Gesamt-EBITDA im zweiten Halbjahr (8,1 Milliarden Dollar) übertraf das erste Halbjahr um 49%. Als Treiber nennt das Unternehmen höhere Metallpreise und eine gesteigerte Kupferproduktion. Zudem lag das EBITDA mit 13,51 Milliarden Dollar leicht über der Analystenkonsensschätzung von 13,3 Milliarden Dollar.
Finanziell blieb die Nettoverschuldung zum Jahresende bei 11,2 Milliarden Dollar stabil. Für 2026 ist eine Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie (rund 2 Milliarden Dollar) vorgesehen, zahlbar in zwei gleichen Tranchen im Juni und September.
Kupferoffensive bis 2035 – plus politisches Signal aus den USA
Strategisch rückt Kupfer klar in den Mittelpunkt: Glencore will bis 2035 rund 1,6 Millionen Tonnen Kupfer produzieren und erwartet bis Ende 2028 bereits eine annualisierte Produktion von über 1 Million Tonnen.
Für die DRC meldete Glencore zudem eine Landnutzungsvereinbarung mit dem staatlichen Bergbauunternehmen Gécamines für die Kamoto Copper Company (KCC). Der Deal soll die Minenlebensdauer verlängern, bislang gesperrte Erzonen zugänglich machen und Produktivität sowie Kostenstruktur verbessern.
Ein weiterer Baustein ist Kobalt – auch politisch. Glencore liefert knapp 2.000 Tonnen Kobalt für die nationale Sicherheitsreserve der USA. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 115 Millionen Dollar, entscheidend ist laut Kontext aber das Signal: Glencore positioniert sich als Partner im „Project Vault“, einer US-Initiative zur Absicherung kritischer Mineralien.
Zum Kalender ist bereits ein Fixpunkt gesetzt: Die angekündigte Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie soll in zwei Tranchen im Juni und September 2026 erfolgen – während parallel offen bleibt, ob und in welcher Form die kasachischen Transaktionen nach den ausstehenden Genehmigungen tatsächlich zustande kommen.
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