Glencore Aktie: Milliarden-Umbau läuft
Der Schweizer Rohstoffriese Glencore krempelt sein Portfolio um – und finanziert dabei gleichzeitig den kasachischen Unternehmer Shakhmurat Mutalip beim Einstieg in die Eurasian Resources Group. Parallel steht der Verkauf der eigenen Kazzinc-Beteiligung für bis zu 4,5 Milliarden Dollar kurz bevor. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt, folgt einer klaren Logik: Glencore will sich auf Kupfer konzentrieren.
800 Millionen Dollar für künftige Lieferungen
Laut Financial Times hat Glencore Mutalip eine Vorauszahlung von 800 Millionen Dollar angeboten, um dessen 1,4-Milliarden-Dollar-Gebot für 40 Prozent an der Eurasian Resources Group zu unterstützen. Die Gegenleistung: künftige Ferrochrom-Lieferungen, ein wichtiges Stahl-Vorprodukt.
Mutalip, ein 35-jähriger Bauunternehmer, will damit die kombinierten Anteile der ERG-Gründerfamilien Chodiev und Mashkevich erwerben. Sein Gebot liegt vor einem konkurrierenden Angebot von ERG-CEO Shukhrat Ibragimov und benötigt noch die einstimmige Zustimmung aller Aktionäre sowie eine staatliche Genehmigung in Kasachstan.
Kazzinc-Exit: Bis zu 4,5 Milliarden Dollar im Gespräch
Gleichzeitig verhandelt Glencore über den Verkauf seiner 70-Prozent-Beteiligung an Kazzinc Ltd. – ebenfalls an Mutalip. Der Deal könnte zwischen 4 und 4,5 Milliarden Dollar wert sein, wobei Glencore die Finanzierung teilweise selbst bereitstellen könnte.
Kazzinc zählt zu den größten Zink- und Bleiproduzenten weltweit und fördert zudem Kupfer, Gold und Silber. Jahrelang hat Glencore die gesamte Produktion vermarktet und damit seine Dominanz im globalen Zink- und Blei-Handel zementiert. Mit dem Verkauf würde sich der Konzern jedoch konsequent von nicht-kupferfokussierten Assets trennen.
Kupfer statt Kohle: Strategie nach Rio-Tinto-Aus
Der Hintergrund dieser Transaktionen ist die gescheiterte Fusion mit Rio Tinto. Nach dem Rückzug konzentriert sich CEO Gary Nagle auf "Portfolio-Optimierung" und eine "kupfergeführte Wachstumsstrategie". Bereits angekündigt ist der Verkauf von 40 Prozent der kongolesischen Kupfer- und Kobalt-Assets an das US-gestützte Orion Critical Mineral Consortium.
Glencores Ziel ist ambitioniert: Bis Ende 2028 soll die Kupferproduktion auf über eine Million Tonnen jährlich steigen, langfristig auf 1,6 Millionen Tonnen bis 2035. Im zweiten Halbjahr 2025 gelang bereits ein Sprung auf über 500.000 Tonnen – fast 50 Prozent mehr als im ersten Halbjahr, getrieben durch bessere Ausbeuten in den DRC-Minen sowie in Antapaccay und Antamina.
Solide Zahlen trotz Preisdruck
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Glencore einen Umsatz von 247,5 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA sank um sechs Prozent auf 13,5 Milliarden Dollar. Niedrigere Energie- und Kokskohlepreise belasteten, während höhere Metallpreise nur teilweise kompensierten. Die Nettoverschuldung liegt bei 11,2 Milliarden Dollar. An die Aktionäre fließen rund zwei Milliarden Dollar zurück – 17 US-Cent je Aktie, zahlbar in zwei Tranchen im Juni und September 2026.
Die kasachischen Deals sind noch nicht abgeschlossen, und die Genehmigungshürden bleiben hoch. Doch die Richtung ist klar: Glencore setzt auf Kupfer und profitiert bereits von den Rekordpreisen, die das Metall 2026 erreicht hat.
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