Glencore Aktie: Cleverer Schachzug
Glencore verwandelt eine geplante teure Stilllegung überraschend in eine Einnahmequelle. Statt die kanadischen Kidd-Operationen wie ursprünglich angekündigt zu schließen, verkauft der Rohstoffriese die Assets an Discovery Silver und sichert sich langfristige Erträge. Dieser strategische Kniff flankiert die Jahreszahlen 2025, bei denen nach einem schwachen Start vor allem die zweite Jahreshälfte eine deutliche operative Wende markiert.
Vom Kostenfaktor zum Ertragsmodell
Der Deal um die Kidd-Mine in Ontario ist ein Lehrstück in Sachen Kapitalallokation. Eigentlich hatte Glencore geplant, die Kupfer- und Zinkmine sowie die dazugehörigen metallurgischen Anlagen Ende 2026 stillzulegen. Ein solcher Schritt wäre mit erheblichen Kosten für Schließung und Renaturierung verbunden gewesen.
Durch den Verkauf an Discovery Silver entledigt sich Glencore nicht nur dieser Verbindlichkeiten, sondern profitiert weiter vom Potenzial der Mine. Die Vereinbarung umfasst eine sofortige Zahlung von 10 Millionen US-Dollar in Discovery-Aktien sowie Abnahmeverträge für Konzentrate. Hinzu kommt eine sogenannte NSR-Royalty (Net Smelter Return) von einem Prozent auf Mineralien aus neuen Explorationsgebieten. Sollten bestimmte Genehmigungen für die Rückstandseinlagerung erteilt werden, fließen weitere bis zu 75 Millionen US-Dollar an Glencore.
Zahlenwerk: Die Aufholjagd
Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 spiegelt diese operative Agilität wider. Zwar sank das bereinigte EBITDA auf Jahressicht um 6 Prozent auf 13,5 Milliarden US-Dollar, doch der Blick auf den Jahresverlauf offenbart eine massive Dynamik. Das zweite Halbjahr legte beim Ergebnis um satte 49 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten zu.
Treibende Kraft war hierbei das industrielle Geschäft, dessen EBITDA im zweiten Halbjahr sogar um 65 Prozent über dem Wert der ersten Jahreshälfte lag. Der Konzernumsatz kletterte indes um 7 Prozent auf 247,5 Milliarden US-Dollar. Aktionäre partizipieren an dieser Entwicklung durch eine Gesamtausschüttung von 17 Cent je Aktie.
Kupfer als zentraler Wachstumsmotor
Der strategische Fokus verschiebt sich zunehmend und aggressiv in Richtung Kupfer. Die Produktion des roten Metalls stieg in der zweiten Jahreshälfte 2025 auf über 500.000 Tonnen – ein Plus von fast 50 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn. Verantwortlich dafür waren höhere Erzgehalte und bessere Ausbeuten in den Minen KCC, Mutanda und Antapaccay.
Glencore hat hier ambitionierte Ziele: Bis Ende 2028 soll die annualisierte Kupferproduktion die Marke von einer Million Tonnen überschreiten, bis 2035 werden 1,6 Millionen Tonnen angestrebt. Um dieses Ziel zu erreichen, bereinigt der Konzern sein Portfolio konsequent. Neben dem Kidd-Verkauf wurden Assets auf den Philippinen und in Kolumbien veräußert, während in Peru mit dem Quechua-Projekt zugekauft wurde.
Charttechnik und Ausblick
An der Börse wird die Neuausrichtung honoriert. Die Aktie notiert aktuell bei 6,09 Euro und damit in direkter Schlagdistanz zum jüngst markierten 52-Wochen-Hoch von 6,13 Euro. Mit einem Zuwachs von rund 59,50 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten zeigt der Trend klar nach oben.
Die Unsicherheit im Kobalt-Geschäft, bedingt durch die volatile Export-Situation in der Demokratischen Republik Kongo, verhindert zwar derzeit eine konkrete Prognose für diesen speziellen Rohstoff für 2026. Das Gesamtbild bleibt jedoch intakt: Glencore nutzt die hohen Cashflows und Erlöse aus Desinvestitionen, um die Transformation hin zum Kupfer-Giganten zu finanzieren. Die starke Performance im zweiten Halbjahr 2025 bestätigt, dass die operativen Maßnahmen greifen.
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