Glencore Aktie: Kriegsprämie eingepreist?
Der Iran-Krieg 2026 und die Schließung der Straße von Hormuz haben den globalen Energiemarkt erschüttert — und Glencore rückt dabei als einer der strukturellen Profiteure in den Fokus. Bloomberg Intelligence sieht das Potenzial, das Konzernergebnis um 21 Prozent zu steigern, fast zur Hälfte getrieben durch Thermalkohle. Das Handelsgeschäft dürfte diesen Effekt noch verstärken.
Wie Glencore von der Energiekrise profitiert
Die Straße von Hormuz ist laut Bloomberg Intelligence ein Nadelöhr für 25 Prozent des seegestützten Öls und 20 Prozent des globalen LNG. Die daraus entstehenden geografischen und preislichen Verwerfungen spielen Glencores Handelsabteilung direkt in die Karten. Der Konzern kann Energieladungen über sein weitreichendes Logistiknetzwerk umleiten und Arbitragemöglichkeiten zwischen auseinanderlaufenden Kohle-, Öl- und Gaspreisen nutzen.
Die Parallelen zu 2022 sind offensichtlich: Damals verdoppelten sich Glencores Marketing-Erträge gegenüber dem Normalniveau. Analysten halten es nun für möglich, dass der Konzern die Obergrenze seiner langfristigen Ergebnisguidance von 3,5 Milliarden US-Dollar übertrifft.
Die Ausgangslage ist dabei besser als zuletzt. Das Nettoergebnis kehrte 2025 mit 363 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück — nach einem Verlust von 1,634 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Genau die Energiekohlepreise, die das industrielle EBITDA 2025 belastet hatten, drehen sich nun wieder nach oben.
Wo die Analyse ihre Grenzen hat
Reiner Optimismus wäre jedoch fehl am Platz. Bloomberg-Intelligence-Analyst Alon Olsha warnt ausdrücklich: „Die Bedingungen, die die außerordentliche Kohlerallye 2022 antrieben, fehlen weitgehend." Die europäische Kohlekapazität ist seit 2022 gesunken, nordostasiatische Versorger sind durch bestehende LNG-Verträge gebunden, und viele asiatische Stromsysteme sind ohnehin bereits stark von Kohle abhängig — ein zusätzlicher Nachfragesog bleibt damit begrenzt.
Auffällig ist zudem, dass der Anstieg der Panamax-Frachtrate und der Newcastle-Kohlepreise bislang keine physischen Kohleflüsse ausgelöst hat. Hochfrequente Schiffsdaten zeigen noch keinen klaren Anstieg der tatsächlichen Exportlieferungen.
Die Aktie hat die Erwartungen bereits teilweise vorweggenommen: Mit einem Plus von rund 90 Prozent über zwölf Monate notiert sie knapp unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs. Ob die fundamentale Entwicklung mit dieser Bewertung Schritt halten kann, hängt maßgeblich davon ab, wie lange die Hormuz-Krise anhält und ob die Kohlemärkte tatsächlich in Bewegung geraten.
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