Under Armour ist in dieser Woche in das Geschäftsjahr 2027 gestartet. Damit endet die intensivste Phase eines mehrjährigen Sanierungsprogramms, das finanziell deutlich fordernder war als ursprünglich geplant. Während das Management die Bilanz bereinigt, rücken neue Herausforderungen durch Handelszölle und anstehende Schuldenrückzahlungen in den Fokus der Anleger.

Hohe Kosten für den Neustart

Die im Mai 2024 eingeleitete Restrukturierung hat ihren Scheitelpunkt überschritten. Mit Gesamtkosten von rund 255 Millionen Dollar fielen die Belastungen für den Konzernumbau fast dreimal so hoch aus wie die ursprünglich veranschlagten 70 bis 90 Millionen Dollar. Ein wesentlicher operativer Meilenstein war dabei die Schließung eines zentralen Logistikzentrums in Kalifornien im März, um die Lieferketten effizienter zu gestalten und langfristig Kosten zu senken.

Bereinigt um Sondereffekte konnte das Unternehmen zuletzt zwar einen Gewinn von 0,09 Dollar je Aktie ausweisen, doch die nackten Zahlen der Rechnungslegung verdeutlichen die Schwere des Umbaus. Ein Nettoverlust von 431 Millionen Dollar im jüngsten Quartalsbericht, getrieben durch massive steuerliche Abschreibungen auf US-Vermögenswerte, belastete das Ergebnis erheblich.

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Fokus auf Margenschutz

Unter der Führung von CEO Kevin Plank verfolgt die Marke eine strikte Strategie zur Stärkung des Premium-Segments. Die Lagerbestände wurden zuletzt um zwei Prozent auf etwa 1,1 Milliarden Dollar gesenkt. Dieser Abbau ist Teil des Plans, sich von aggressiven Rabattaktionen zu distanzieren und die Bruttomargen zu stabilisieren.

Allerdings sieht sich Under Armour hier mit externem Gegenwind konfrontiert. Das Management rechnet mit einem Rückgang der Bruttomarge um 190 Basispunkte, was vor allem auf höhere US-Zölle für Importe aus wichtigen Produktionsländern zurückzuführen ist. Diese Belastungen können nur teilweise durch günstigere Wechselkurse und eine disziplinierte Preisgestaltung auf dem nordamerikanischen Markt kompensiert werden.

Liquidität und Zollrisiken

Ein kritischer Termin für die Finanzstabilität ist der Juni 2026. Dann wird eine Anleihe im Volumen von 600 Millionen Dollar fällig. Um das Vertrauen der Investoren zu sichern, hat das Unternehmen bereits liquide Mittel in gleicher Höhe reserviert, die ausschließlich für die Tilgung dieser Schulden vorgesehen sind.

Die Aktie spiegelt die aktuelle Unsicherheit wider und verlor auf Sicht von 30 Tagen rund 19 Prozent an Wert. Die finanzielle Stabilität im neuen Geschäftsjahr hängt nun maßgeblich davon ab, ob die eingeleitete Preisdisziplin ausreicht, um die drohenden Margenverluste durch die veränderte Handelspolitik abzufedern.

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