Jahresabschluss nicht vorgelegt, Hauptversammlung verschoben, Kreditgespräche offen — bei Gerresheimer häufen sich die Unsicherheiten. Und trotzdem wagt das Unternehmen eine Prognose für 2026.

Finanzkalender gerät ins Rutschen

Die Frist zur Vorlage des geprüften Jahresabschlusses 2025 verstrich am 31. März ungenutzt. Als direkte Folge musste Gerresheimer sowohl die für Mitte April geplante Quartalsmitteilung als auch die ordentliche Hauptversammlung am 3. Juni auf unbestimmte Zeit verschieben. Das Unternehmen peilt nun Juni 2026 als Zieldatum für den testierten Abschluss an — eine zweite externe Prüfungsgesellschaft arbeitet sich derzeit durch die Bilanzierungsfehler der Vorjahre.

Solange kein testierter Abschluss vorliegt, bleibt die verlässliche Bewertung der Ertragskraft für den Kapitalmarkt kaum möglich. Die Aktie notiert aktuell bei 19,25 Euro und hat damit seit Jahresbeginn rund 30 Prozent verloren.

Prognose mit zwei großen Fragezeichen

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Trotz allem veröffentlichte Gerresheimer eine Umsatzprognose von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro für 2026, kombiniert mit einer bereinigten EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent. Explizit konditioniert ist diese Prognose jedoch auf zwei Faktoren: erfolgreiche Verhandlungen mit Kreditgebern über Fristenverlängerungen sowie den Ausgang der laufenden BaFin-Untersuchungen. Diese umfassen mittlerweile auch Leasingverbindlichkeiten von rund 65,5 Millionen Euro und aktivierte Entwicklungskosten von 29,4 Millionen Euro.

Verkäufe und Schließungen sollen Spielraum schaffen

Um Liquidität zu sichern, treibt Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor voran — Morgan Stanley steuert den Prozess. Parallel soll das Glaswerk in Chicago Heights bis Ende 2026 geschlossen werden, die Kapazitäten verlagern sich nach Italien und Indien.

Hinzu kommen bereits angekündigte Wertberichtigungen von 220 bis 240 Millionen Euro im Konzernabschluss 2025, die vor allem Technologie- und Entwicklungsprojekte der Sensile Medical AG sowie Vermögenswerte der Gerresheimer Moulded Glass Chicago Inc. betreffen. Ob die Prognose für 2026 nach vollständiger Prüfung Bestand hat oder weitere Korrekturen folgen, wird sich spätestens mit Vorlage des testierten Abschlusses im Juni zeigen.

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