Der Pharma-Zulieferer Gerresheimer zeigt auf der Pariser Fachmesse Pharmapack neue Produkte für den Biologika-Markt. Gleichzeitig erhöht JPMorgan Chase seine Beteiligung auf 7,43 Prozent – nach zwischenzeitlicher Reduzierung Ende Dezember. Die Aktie notiert nach einem dramatischen Kursverlust von 62 Prozent im vergangenen Jahr bei rund 25 Euro.

JPMorgan erhöht Position nach kurzem Rückzug

Die US-Investmentbank JPMorgan Chase zeigt wechselhaftes Engagement bei Gerresheimer. Laut Stimmrechtsmitteilung vom 16. Januar hält der Konzern nun 7,43 Prozent der Anteile – deutlich mehr als die zuvor gemeldeten 7,05 Prozent Ende Dezember 2025.

Die aktuelle Beteiligung verteilt sich auf:

  • 3,06 Prozent direkte Stimmrechte (1.057.480 Aktien)
  • 4,37 Prozent über Finanzinstrumente (Equity Swaps, Rückrufrechte)

Die Schwellenüberschreitung erfolgte am 9. Januar. Bemerkenswert: JPMorgan hatte zum Jahreswechsel seine Position von 7,34 Prozent auf 7,05 Prozent verringert, nur um wenige Tage später wieder aufzustocken. Die Equity Swaps laufen teilweise bis Juli 2032 und deuten auf eine längerfristige strategische Ausrichtung hin.

Neue Produktlinie für Biologika-Therapien

Auf der Pharmapack 2026 in Paris präsentiert Gerresheimer am 21. und 22. Januar mehrere Innovationen für den wachsenden Markt injizierbarer Biologika. Im Zentrum steht das digitale Add-on Gx InMonit für Autoinjektoren, das mittels KI-Unterstützung und Cloud-Anbindung die Therapieüberwachung ermöglicht.

Weitere Produktneuheiten umfassen die EZ-fill Smart Ready-to-fill-Plattform für Injektionsvials, die Gx Elite RTF Syringes für sensitive Biologika sowie COP-Vials für die Kryolagerung bis minus 80 Grad Celsius.

Vorstandsmitglied Achim Schalk verweist auf zwei Branchentrends: den steigenden Anteil von Biologika bei Arzneimittelzulassungen und die Verlagerung von Therapien in die häusliche Anwendung mit digitaler Begleitung.

Schwere Belastung durch Vorjahresverluste

Die Gerresheimer Aktie steht nach wie vor massiv unter Druck. Mit einem aktuellen Kurs von 24,92 Euro liegt das Papier 62 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das 52-Wochen-Hoch markierte bei 85,25 Euro, das Tief bei 22,60 Euro.

Die Bewertungskennzahlen im Überblick:

Kennzahl Wert
Marktkapitalisierung ca. 860 Mio. EUR
KGV (trailing) 36,65
KGV (forward) 7,16
Kurs-Buchwert-Verhältnis 0,63
Analysten-Kursziel (Durchschnitt) 34,17 EUR

Das Forward-KGV von 7,16 signalisiert deutlich höhere Gewinnerwartungen für die kommenden Geschäftsjahre. Die Analystenschätzungen reichen von 22,00 Euro bis 55,00 Euro.

BaFin-Prüfung und Führungswechsel belasten

Der Kurseinbruch 2025 resultiert aus mehreren Faktoren. Die Finanzaufsicht BaFin leitete im Herbst eine Prüfung wegen möglicher Bilanzierungsfragen ein. Zudem übernahm Uwe Röhrhoff interimsweise die CEO-Position von Dietmar Siemssen. Im Aufsichtsrat ersetzte Klaus Roehrig im November Dorothea Wenzel.

Besonders belastend wirkten die drei Prognosesenkungen im Geschäftsjahr 2025. Gerresheimer begründete die Anpassungen mit schwächerer Nachfrage und startete ein Transformationsprogramm zur Verbesserung des Free Cashflows. Die Produktneuheiten auf der Pharmapack und die erneuerte JPMorgan-Beteiligung liefern erste positive Signale – allerdings von niedrigem Niveau aus.

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