Gerresheimer Aktie: Institutionelle Chancenjäger
Gerresheimer verliert heute erneut an Boden, doch im Hintergrund verschieben sich wichtige Kräfteverhältnisse. Während der Kurs weiter fällt, bauen Großinvestoren ihre Positionen aus und ein prominenter Leerverkäufer zieht sich teilweise zurück. Im Zentrum steht damit ein spannender Gegensatz: schwacher Kursverlauf, aber zunehmendes Interesse professioneller Investoren.
Kurs unter Druck, Profis steigen ein
Die Aktie schloss im Xetra-Handel schwächer bei 25,18 Euro (-2,10 %). Im späten Handel bei Lang & Schwarz fiel der Kurs weiter auf 25,13 Euro, ein Minus von 2,94 %.
Gleichzeitig melden institutionelle Investoren auffällige Bewegungen:
- JPMorgan erhöht Beteiligung auf 7,43 %
- Hedgefonds Two Sigma reduziert Leerverkaufsposition
- Analysten Jefferies und Oddo BHF bleiben auf der Käuferseite
- Branchenstudie sieht Gerresheimer in einem wichtigen Wachstumssegment vorn
Damit entsteht ein Bild, in dem der Markt die Aktie abverkauft, während große Adressen ihre Engagements verstärken.
JPMorgan stockt deutlich auf
Aus aktuellen Stimmrechtsmitteilungen geht hervor, dass JPMorgan Chase & Co. ihre Beteiligung auf 7,43 % erhöht hat. Nach einem Kursverlust von über 60 % auf Jahressicht werten Marktbeobachter diesen Schritt als klares Signal, dass die Bank den Wert auf dem aktuellen Niveau als attraktiv einschätzt.
Die Marktkapitalisierung ist auf rund 868 Millionen Euro geschrumpft. Auf Basis der Schätzungen wird das Unternehmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,17 für 2025 und 7,71 für 2026 gehandelt – historisch ein sehr günstiges Bewertungsniveau.
Short-Seller ziehen sich teilweise zurück
Auf der Gegenseite beginnen erste Leerverkäufer, ihre Wetten gegen die Aktie zu verkleinern. Der Hedgefonds Two Sigma reduzierte seine Netto-Leerverkaufsposition von 0,75 % (Stand 16. Januar) auf 0,61 %. Dieses Short Covering legt nahe, dass zumindest ein Teil der spekulativen Marktteilnehmer das weitere Abwärtspotenzial als begrenzt ansieht.
Allerdings gibt es kein einheitliches Bild im Lager der Short-Seller. Ein Branchendienst berichtete zwar über „neue Short-Positionen“, ohne jedoch konkrete Veränderungen weiterer Fonds mit Zahlen zu untermauern.
Analysten und Studie stützen Unterbewertungs-These
Auf der Analystenseite bleibt der Ton konstruktiv. Jefferies bestätigte heute das Rating „Buy“. Bereits gestern hatte Oddo BHF den Titel von „Neutral“ auf „Outperform“ hochgestuft.
Fundamental erhält die Unterbewertungs-These zusätzliche Unterstützung von einer neuen Marktstudie von Roots Analysis. Dort wird Gerresheimer als einer der fünf führenden Anbieter im Bereich vernetzter Medikamentenverabreichungssysteme („Connected Drug Delivery Devices“) geführt – einem Segment, das durch den Bedarf an besserer Therapietreue wächst.
Sektor schwach, Chartbild angespannt
Trotz dieser positiven Signale bleibt das Umfeld schwierig. Die Jahresperformance von -61,18 % zeigt den massiven Vertrauensverlust der vergangenen zwölf Monate.
Heute belastet zusätzlich eine allgemeine Schwäche im deutschen Gesundheitssektor. Werte wie Redcare Pharmacy (-3,27 %) und Fresenius Medical Care (-3,02 %) verzeichneten ebenfalls deutliche Abschläge. Als weiterer Druckfaktor werden neue Zolldrohungen aus den USA diskutiert, die vor allem exportorientierte Unternehmen treffen könnten.
Charttechnisch rückt das 52‑Wochen‑Tief bei 22,47 Euro verstärkt in den Blick. Mit einem aktuellen Kurs knapp über 25 Euro ist der Abstand zu dieser Unterstützungszone gering, das technische Bild bleibt damit fragil.
Ausblick: Q4-Zahlen als Belastungstest
Im Fokus stehen nun die anstehenden Zahlen zum vierten Quartal. Nach einem Umsatz von 2,036 Milliarden Euro und einem bereinigten EBITDA von 419,4 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024 muss das Management zeigen, dass operative Probleme unter Kontrolle sind und die Margenperspektive für 2026 sich wieder aufhellt.
Entscheidend wird, ob die Q4-Daten und der Ausblick das Vertrauen in ein Ergebniswachstum ab 2026 untermauern. Gelingt dies und hält der Kursbereich zwischen 22 und 25 Euro, könnten die Käufe institutioneller Investoren und der Rückzug einzelner Short-Seller den Boden für eine Gegenbewegung legen. Bleibt der übergeordnete Abwärtstrend jedoch intakt und das Zahlenwerk enttäuscht, dürfte der Druck auf die Bewertung anhalten.
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