Fiserv steigt in die digitale Infrastruktur ein. Der Finanzdienstleister hat mit INDX eine Echtzeit-Abwicklungsplattform speziell für Kryptounternehmen gelauncht. Die neue Lösung soll Dollar-Liquidität rund um die Uhr verfügbar machen – ein direkter Angriff auf traditionelle Banking-Strukturen.

Plattform läuft 365 Tage im Jahr

INDX wurde am 12. Februar vorgestellt und ermöglicht Krypto-Firmen, US-Dollar jederzeit über ein zentrales Verwahrkonto zu bewegen. Die Plattform verbindet mehr als 1.100 versicherte Finanzinstitute innerhalb des Fiserv Deposit Network.

Besonders relevant: INDX bietet bis zu 25 Millionen Dollar FDIC-Versicherung pro Konto – das Hundertfache eines Standard-Bankkontos. Damit adressiert Fiserv ein zentrales Problem der Branche: Viele Krypto-Unternehmen haben Schwierigkeiten, ausreichende Banking-Beziehungen zu etablieren.

Die Plattform hält Bargeld sicher off-chain, liefert aber Blockchain-ähnliche Geschwindigkeit. Dieser Ansatz unterscheidet INDX von klassischen Blockchain-Lösungen.

StoneCastle-Deal als Grundlage

Der Launch baut auf der Übernahme von StoneCastle auf, die Fiserv im Dezember 2025 abschloss. Takis Georgakopoulos, Co-President bei Fiserv, bezeichnete INDX als strategische Weiterentwicklung dieser Akquisition. StoneCastle brachte versicherte Einlagenlösungen mit, Fiserv steuert die Position an der Schnittstelle zwischen Banking und Commerce bei.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Fiserv?

Das Timing ist kein Zufall: Während klassische Banken noch auf Batch-Verarbeitung setzen, bietet Fiserv Krypto-Börsen, Trading-Desks, Stablecoin-Emittenten und Custodians Echtzeit-Liquidität.

Zahlen enttäuschen teilweise

Zwei Tage vor dem INDX-Launch hatte Fiserv die Q4-Zahlen vorgelegt. Der Gewinn je Aktie erreichte 1,99 Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,90 Dollar. Der Umsatz kletterte auf 4,90 Milliarden Dollar – Analysten hatten 4,78 Milliarden erwartet.

Die Guidance für 2026 sorgte jedoch für Zurückhaltung. Mit 8,00 bis 8,30 Dollar je Aktie blieb Fiserv hinter einigen Erwartungen zurück. Mehrere Analystenhäuser reagierten:

  • BNP Paribas Exane hob das Kursziel auf 64 Dollar (zuvor 62 Dollar), Rating neutral
  • Stephens senkte auf 70 Dollar (zuvor 75 Dollar), Rating equal weight
  • Citigroup reduzierte auf 68 Dollar (zuvor 75 Dollar), Rating neutral

Institutionelle halten Stand

Knapp 91 Prozent der Aktien liegen in institutionellen Händen. Im vierten Quartal bauten Vanguard Group und Dodge & Cox signifikante Positionen auf. CFO Paul M. Todd kaufte im Dezember 17.000 Aktien zu rund 62,41 Dollar.

Senator John Boozman verkaufte Ende Januar zwischen 1.001 und 15.000 Dollar in Fiserv-Aktien, wie aus einer Congressional Disclosure vom 15. Februar hervorgeht.

Fiserv erwirtschaftete 2025 mehr als 21 Milliarden Dollar Umsatz. Neben INDX ist das Unternehmen auch an der staatlich unterstützten Stablecoin-Initiative in North Dakota beteiligt und liefert dort Zahlungs- und Settlement-Infrastruktur.

Fiserv-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Fiserv-Analyse vom 16. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Fiserv-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Fiserv-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Fiserv: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...