Fiserv steht vor einer entscheidenden Woche. Am 10. Februar legt der Fintech-Konzern seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor – und die Erwartungen sind nach einem turbulenten dritten Quartal gedämpft. Gleichzeitig treibt das Unternehmen aus Milwaukee strategische Partnerschaften voran, um verlorenes Terrain zurückzugewinnen.

Die Hypothek aus Q3 2025

Das dritte Quartal 2025 hatte Fiserv kalt erwischt. Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,04 Dollar verfehlte der Zahlungsdienstleister die Erwartungen deutlich. Die Folge: Management-Chef Frank Bisignano korrigierte die Jahresprognose nach unten – organisches Umsatzwachstum nur noch 3,5 bis 4 Prozent statt der ursprünglich avisierten rund 10 Prozent. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rutschte die Guidance auf 8,50 bis 8,60 Dollar, nachdem zuvor 10,15 bis 10,30 Dollar im Raum standen.

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Die Ursachen:

  • Inflationseffekt in Argentinien: 2024 hatte die Hyperinflation in Argentinien dem Wachstum künstlich Auftrieb verliehen – etwa 10 Prozentpunkte der gemeldeten 16 Prozent organischen Steigerung gingen auf diesen Sondereffekt zurück. Mit der Normalisierung der Inflation fiel dieser Rückenwind nun weg.
  • Schwache Banking-Sparte: Die Finanzdienstleistungen für Banken enttäuschten.
  • Clover unter Druck: Das Point-of-Sale-Geschäft kämpfte mit Kundenbedenken wegen der Gebührenstruktur.

Als Antwort startete Fiserv die Initiative „One Fiserv" – ein Aktionsplan zur Fokussierung auf strukturelle, wiederkehrende Erlöse.

Offensive mit neuen Partnerschaften

Trotz operativer Herausforderungen hat Fiserv im Januar 2026 drei strategische Kooperationen verkündet:

ServiceNow-Allianz (28. Januar): Fiserv weitet die Zusammenarbeit mit ServiceNow aus, um KI-gestützte Transformation im Finanzsektor zu beschleunigen. Der Rollout der „Now Assist"-Tools für Financial Services Operations und IT Service Management ist für Q1 2026 geplant.

Affirm-Deal (26. Januar): Exklusivpartnerschaft mit dem BNPL-Anbieter Affirm, um Ratenzahlungsfunktionen in Debitkartenprogramme zu integrieren. Tausende US-Banken und Kreditgenossenschaften im Fiserv-Netzwerk können so „Buy Now, Pay Later" anbieten – ohne eigene Kreditinfrastruktur aufbauen zu müssen.

Japan-Expansion (21. Januar): Gemeinsam mit Sumitomo Mitsui Card Company will Fiserv die Clover-Produktpalette in Japan etablieren. Zielgruppe sind Millionen kleinerer Unternehmen im Handel, in der Gastronomie und bei professionellen Dienstleistern.

Worauf es am 10. Februar ankommt

Die Zahlen für Q4 2025 werden zeigen, ob die Stabilisierungsmaßnahmen greifen. Anleger dürften besonders auf drei Punkte achten:

  1. Organisches Wachstum bereinigt um Argentinien-Effekte: Wie stark ist das Kerngeschäft wirklich?
  2. Fortschritte bei „One Fiserv": Gibt es messbare Erfolge der Turnaround-Initiative?
  3. Momentum aus Partnerschaften: Schlagen sich die jüngsten Deals bereits in den Kennzahlen nieder?

Für die erste Jahreshälfte 2026 hat Fiserv zudem einen Investor Day angekündigt. Dort könnte das Management konkretere Einblicke in die strategische Ausrichtung geben. Die Quartalszahlen am 10. Februar werden vorab den Ton setzen.

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