Das Restrukturierungsprogramm greift, die Liquidität ist gestärkt – und dennoch gibt die Evotec-Aktie weiter nach. Hinter dem anhaltenden Kursdruck steckt vor allem eine Frage: Wann liefert das Unternehmen handfeste Belege für seinen Wandel?

Sparprogramm übertrifft die Ziele

Das „Priority Reset"-Programm entwickelt sich besser als geplant. Die Einsparungen könnten 2025 insgesamt über 60 Millionen Euro erreichen – doppelt so viel wie ursprünglich angepeilt. Parallel wurden rund 280 Stellen abgebaut und Standorte konsolidiert, was die laufenden Kosten ab 2025 dauerhaft um 40 Millionen Euro senken soll. Im Segment Discovery & Preclinical Development fielen zwischen März 2024 und Juni 2025 rund 600 Vollzeitstellen weg. Der Strategiewechsel hin zu einem kapitalärmeren Modell nimmt damit klar Form an.

Einen weiteren Schritt machte der abgeschlossene Verkauf des Biologika-Standorts in Toulouse an Sandoz. Der Deal bringt rund 350 Millionen US-Dollar in bar sowie über 300 Millionen US-Dollar an potenziellen Lizenz-, Entwicklungs- und Meilensteinzahlungen bis 2030. Berenberg wertet die Transaktion als klares Liquiditätsplus, das zugleich das operative Ausführungsrisiko mindert – bei langfristiger Beteiligung am Sandoz-Biosimilar-Portfolio über Lizenzgebühren.

Pipeline liefert erste Meilensteine

Auch aus der Wirkstoff-Pipeline kommen positive Signale. Zuletzt erhielt Evotec eine Meilensteinzahlung von fünf Millionen US-Dollar, nachdem die FDA eine IND-Anmeldung für einen Wirkstoffkandidaten aus der Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb akzeptierte. Der Kandidat soll 2026 in die klinische Phase 1 eintreten. Insgesamt verfügt das Unternehmen über mehr als 100 Assets, rund 60 Prozent davon in Kooperationen – unter anderem mit Novo Nordisk, BMS sowie akademischen Institutionen wie Harvard und Oxford.

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Die Fortschritte schlagen sich bislang nicht im Kurs nieder. Die Aktie notiert aktuell bei 5,38 Euro und damit rund 35 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 8,32 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 6,20 Euro liegt deutlich über dem aktuellen Niveau – ein Zeichen dafür, dass das Papier seinen mittelfristigen Abwärtstrend noch nicht überwunden hat.

Jahresbericht am 8. April als entscheidender Test

Der nächste konkrete Gradmesser ist der Jahresbericht am 8. April 2026. Das Management hat Margenambitionen von über 20 Prozent bis 2028 bestätigt und beschreibt vier Wachstumstreiber: höheres Wachstum bei besserer Ertragsqualität, weitere Kostensenkungen, eine intensivere Monetarisierung der Just-Evotec-Biologics-Technologie sowie steigende Meilenstein- und Lizenzeinnahmen aus der Pipeline.

Nach mehreren enttäuschenden Prognosen in der Vergangenheit wartet der Markt auf belastbare Zahlen, nicht auf strategische Ankündigungen. Gelingt es Evotec am 8. April, einen überzeugenden operativen Ausblick vorzulegen, der einen nachhaltigen Weg über die Gewinnschwelle glaubhaft macht, könnte das die Basis für eine Neubewertung der Aktie legen.

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