Biologics boomt, Discovery bricht ein — Evotec präsentiert sich als gespaltenes Unternehmen. Das neue Restrukturierungsprogramm „Horizon" soll die Schere schließen, doch 2026 wird zunächst ein hartes Übergangsjahr. Der Markt hat das bereits eingepreist.

Die interne Spaltung in Zahlen

Die 2025er-Ergebnisse zeigen das Dilemma in aller Deutlichkeit. Das Kernsegment Drug Discovery & Preclinical Development verzeichnete einen Umsatzrückgang von 13 % auf rund 529 Millionen Euro und rutschte mit einem negativen bereinigten EBITDA von -12 Millionen Euro in die Verlustzone. Gleichzeitig legte die Biologics-Tochter Just – Evotec Biologics um rund 40 % auf 259 Millionen Euro zu und erzielte ein EBITDA-Beitrag von rund 53 Millionen Euro.

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Die Ursachen für den Druck im Discovery-Geschäft sind struktureller Natur: Big Pharma kürzt externe Ausgaben zugunsten interner Pipelines, geopolitische Spannungen und höhere Zinsen belasten das Umfeld zusätzlich. Evotecs KI-gestütztes Drug Design hilft, doch der Preiskampf drückt die Margen.

Die Biologics-Sparte hingegen erhielt zuletzt ein Gates-Foundation-Grant zur KI-gestützten Optimierung von monoklonalen Antikörpern — zehn Projekte über drei Jahre, die auf einer Zusammenarbeit aufbauen, die bis 2014 zurückreicht.

„Horizon": 800 Stellen, vier Standorte, 75 Millionen Euro Ziel

Am 10. März kündigte Evotec das Programm „Horizon" an — die nächste Stufe der Transformation. Bis zu 800 Stellen werden gestrichen, rund ein Sechstel der globalen Belegschaft. Der globale Fußabdruck schrumpft von 14 auf 10 Standorte, darunter fällt auch der Münchner Standort vollständig weg.

Bis 2027 soll Horizon jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro liefern. Die Restrukturierungskosten dafür belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro in bar über den Zeitraum 2026 bis 2028. Erste operative Effekte erwartet das Management für die zweite Jahreshälfte 2026.

Glaubwürdigkeit verleiht dem Programm, dass frühere Maßnahmen bereits mehr als 60 Millionen Euro an Einsparungen erzielt haben — deutlich über dem ursprünglichen Ziel von 40 Millionen Euro.

Guidance enttäuscht, Analysten gespalten

Die Prognose für 2026 — Gruppenerlöse von 700 bis 780 Millionen Euro und ein bereinigtes EBITDA zwischen 0 und 40 Millionen Euro — blieb hinter den Markterwartungen zurück. Die Aktie brach daraufhin um mehr als 13 % ein und markierte ein neues Mehrjahrestief. Aktuell notiert der Titel fast 47 % unter seinem 52-Wochen-Hoch vom Mai 2025.

Die Analysten sind uneins über die Bewertung. Deutsche-Bank-Analyst Fynn Scherzler senkte sein Kursziel von 6,00 auf 4,50 Euro und behielt „Hold" bei — er sieht die mittelfristigen Ziele als ambitioniert und betont die Abhängigkeit vom zweiten Halbjahr. RBC-Analyst Charles Weston bleibt deutlich optimistischer: Er hält an „Outperform" und einem Kursziel von 10,00 Euro fest, zeigt sich jedoch enttäuscht vom schwachen operativen Ergebnisziel für 2026. Das durchschnittliche Kursziel der neun von Bloomberg befragten Analysten liegt bei 7,20 Euro — mehr als 60 % über dem aktuellen Kurs.

Mittelfristig peilt Evotec Gruppenerlöse von über einer Milliarde Euro an, mit einem CAGR von 8 bis 12 % und einer bereinigten EBITDA-Marge von 20 % bis 2028. Am 8. April legt das Unternehmen seine finalen geprüften Ergebnisse für 2025 vor — ein erster konkreter Prüfstein dafür, ob Horizon tatsächlich einen strategischen Wendepunkt markiert.

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