Der Hamburger Biotech-Dienstleister greift zum Äußersten. Mit dem neuen Transformationsprogramm „Horizon“ reagiert Evotec auf eine anhaltende Schwäche im Kerngeschäft und streicht hunderte Stellen. Was das Management als notwendige strategische Neuausrichtung präsentiert, offenbart beim Blick auf die Finanzziele für das laufende Jahr ein massives Ertragsproblem.

Teurer Umbau und verfehlte Ziele

Um jährlich 75 Millionen Euro einzusparen, baut das Unternehmen rund 800 Arbeitsplätze ab und schließt Standorte. Dieser strukturelle Schnitt hat kurzfristig einen hohen Preis. Zwischen 2026 und 2028 rechnet Evotec mit Sonderlasten von etwa 100 Millionen Euro. Verantwortlich für die harte Bremsung ist eine zweigeteilte Geschäftsentwicklung. Während das Biologics-Segment zuletzt stark wuchs und die Profitabilität stützte, schrumpften die Umsätze in der klassischen Wirkstoffforschung deutlich.

Das hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanzplanung für 2026. Evotec stellt für das laufende Jahr lediglich ein bereinigtes EBITDA von null bis 40 Millionen Euro in Aussicht. Analysten hatten im Vorfeld mit mehr als 80 Millionen Euro gerechnet.

Kursrutsch auf Mehrjahrestief

Die Quittung der Investoren folgte prompt. Der Ausverkauf drückte das Papier am vergangenen Freitag auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 4,14 Euro. Zwar zeigt sich zum Start in die neue Handelswoche bei Kursen um 4,25 Euro eine leichte technische Gegenbewegung, auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein sattes Minus von über 21 Prozent auf der Anzeigetafel.

Auch die Expertenseite reagiert auf die neuen Realitäten. Die Deutsche Bank kappte ihr Kursziel um ein Viertel auf 4,50 Euro, belässt die Einstufung aber auf "Hold". Marktbeobachter werten die vorsichtige Haltung vieler Analysten als Zeichen dafür, dass der langfristige Wert der Technologieplattformen zwar anerkannt wird, die kurzfristigen Schmerzen des Umbaus in einem von Preisdruck geprägten Pharmamarkt jedoch dominieren.

Nächster Prüfstein im April

Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert das Management am 8. April mit der Vorlage der finalen Geschäftszahlen für 2025. An diesem Tag wird der Kapitalmarkt detailliert prüfen, wie schnell die angekündigten Schließungen umgesetzt werden und ob das profitable Biologics-Geschäft die Schwächen im Kerngeschäft zumindest teilweise abfedern kann. Bis Evotec erste messbare Einsparungen aus dem Horizon-Programm vorweisen kann, bewertet der Markt das Papier konsequent als riskanten Restrukturierungsfall.

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