Die Evotec-Aktie könnte vor einer signifikanten Neubewertung stehen, wenn es nach der Privatbank Berenberg geht. Während der Kurs zuletzt unter zyklischem Gegenwind litt, identifizieren die Analysten die aktuellen Notierungen als günstige Einstiegsgelegenheit. Doch was rechtfertigt ein Kursziel, das fast 70 Prozent über dem aktuellen Niveau liegt?

Berenberg ruft 10 Euro aus

Am Dienstag sorgte die Aufnahme der Coverage durch Berenberg für Bewegung bei dem Hamburger Wirkstoffforscher. Analyst Christian Ehmann startete die Bewertung direkt mit einer Kaufempfehlung und setzte das Kursziel auf 10 Euro fest. Zum Zeitpunkt der Analyse notierte das Papier bei 5,90 Euro.

Die Kernaussage der Experten ist deutlich: Der Markt unterschätzt den Wert der strategischen Partnerschaften und der Forschungsplattform massiv. Der bisherige Kursverfall sei primär zyklischen Faktoren im Biotech-Finanzierungsumfeld geschuldet und basiere nicht auf einer strukturellen Verschlechterung des Geschäftsmodells. Zudem hätten sich die Finanzierungsniveaus mittlerweile stabilisiert.

Partnerschaften als stille Reserven

Ein zentraler Pfeiler der optimistischen Prognose ist die Zusammenarbeit mit Sandoz. Durch die Übertragung der Produktionsstätte J.POD 2 in Toulouse an den Partner wandelte Evotec das Modell in eine kapitalschonende Struktur um. Dies reduziert das Risiko und verbessert die Liquidität durch Vorauszahlungen und Meilensteine, während Evotec weiterhin am Erfolg der Biosimilars partizipiert.

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Auch die Kooperationen mit Pharma-Riesen stützen die These:
* Bristol Myers Squibb: Zahlungen von insgesamt 30 Millionen US-Dollar im vierten Quartal 2025 (Protein-Degradation und Neurowissenschaften).
* Janssen: Die langfristige Zusammenarbeit wirkt als stabilisierender Faktor für die Einnahmen.

Blick auf die Zahlen und den Chart

Fundamental erwartet Berenberg eine klare Erholung. Für das Jahr 2026 wird wieder eine EBITDA-Marge von 10,3 Prozent prognostiziert, nachdem diese 2024 noch im negativen Bereich gelegen hatte. Der Umsatz soll bis 2027 auf 817 Millionen Euro steigen.

Kurzfristig bleibt die Lage jedoch angespannt. Zwar sprang die Aktie nach der Empfehlung zunächst auf 6,46 Euro, gab die Gewinne aber teilweise wieder ab und notierte tags darauf bei 6,35 Euro. Technisch bedenklich: Dabei wurde die 200-Tage-Linie nach unten gekreuzt, was charttechnisch oft als Verkaufssignal gewertet wird.

Anleger müssen nun abwarten, ob die fundamentalen Argumente der Analysten schwerer wiegen als das kurzfristig angeschlagene Chartbild. Die Erreichung der prognostizierten Margen im Jahr 2026 dürfte die entscheidende Messlatte für die Bestätigung des Kursziels sein.

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