Der Spezialchemiekonzern hat einen entscheidenden Meilenstein in seiner Umstrukturierung erreicht: Die Infrastruktursparte ist ab heute offiziell ausgegliedert. CEO Christian Kullmann schafft damit die strukturelle Voraussetzung, um externe Investoren an Bord zu holen. Kann dieser strategische Schachzug dem zuletzt stark gebeutelten Aktienkurs neues Leben einhauchen?

Die Dimensionen der neuen Einheit sind beachtlich:
* Name: Die neue Tochtergesellschaft firmiert als SYNEQT GmbH.
* Volumen: Die Sparte steht für einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro.
* Personal: Etwa 3.500 Beschäftigte wechseln in die neue Gesellschaft.
* Aufgabe: SYNEQT bündelt die Versorgung, Logistik und Sicherheit an den Standorten Marl und Wesseling.

Effizienzprogramm "Tailor Made" greift

Der operative Start der Tochtergesellschaft ist ein Kernstück des Sparprogramms "Evonik Tailor Made". Das Management trennt damit das kerngeschäft der Spezialchemie vom kapitalintensiven Infrastrukturbetrieb. Bisher führten Doppelrollen als Betreiber und Nutzer zu Ineffizienzen, die nun beseitigt werden sollen.

Als eigenständiges Profit-Center muss SYNEQT nun unter marktüblichen Bedingungen wirtschaften. Diese neue Transparenz erlaubt es der Konzernführung, Kostenstrukturen exakt zu analysieren und Optimierungspotenziale zu heben, die in der alten Verbundstruktur verborgen blieben.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?

Türöffner für Investoren

Marktbeobachter interpretieren die rechtliche Verselbstständigung primär als Vorbereitung auf eine Monetarisierung. Durch die saubere Abgrenzung der Assets wird der Einstieg von Infrastruktur-Investoren oder strategischen Partnern erst praktikabel. Ein Teilverkauf der Sparte könnte signifikantes Kapital in die Kassen spülen und den finanziellen Spielraum für Investitionen im Kerngeschäft erweitern. Ohne die vorherige Ausgliederung wäre ein solcher Deal kaum umsetzbar gewesen.

Chartbild: Überverkauft am Boden

Trotz der strategischen Fortschritte spiegelt sich die Fantasie noch nicht im Aktienkurs wider. Das Papier notiert aktuell bei 13,39 Euro und damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 12,83 Euro. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt inzwischen über 18 Prozent, was den langfristigen Abwärtstrend unterstreicht.

Interessant ist jedoch ein Blick auf die technischen Indikatoren: Mit einem RSI-Wert von 15,8 ist die Aktie massiv überverkauft. Eine solche extreme Ausprägung deutet oft auf eine baldige Gegenbewegung hin. Analysten sehen das faire Niveau erst bei durchschnittlich 15,50 Euro, halten sich mit Kaufempfehlungen mangels konkreter Verkaufsnachrichten aber noch zurück.

Fazit

Die operative Hausaufgabe ist erledigt, die SYNEQT GmbH ist am Start. Damit verschiebt sich der Fokus nun vollständig auf die Kapitalseite. Für eine nachhaltige Trendwende der Aktie benötigt der Markt nun konkrete Nachrichten über den Einstieg externer Investoren, um die in der Infrastruktursparte gebundenen stillen Reserven tatsächlich zu heben.

Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 02. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...