Evonik Aktie: Warnsignale verdichten sich
Der Essener Spezialchemie-Konzern kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig: Schwache Endmärkte, aggressive Konkurrenz aus China und skeptische Analysten setzen dem Titel massiv zu. Während die Aktie nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief notiert, stellen Experten nun sogar die langfristige Profitabilität wichtiger Kerngeschäfte infrage. Drohen Anlegern jetzt auch noch Dividendenkürzungen?
Die aktuelle Lage im Überblick:
* Analysten-Votum: Berenberg stuft auf "Sell" herab und senkt Kursziel drastisch.
* Strukturelle Probleme: Das Methionin-Geschäft droht zur dauerhaften Belastung zu werden.
* Sektor-Schwäche: Keine Erholung der Chemiebranche für 2026 in Sicht.
Berenberg sieht rot
Die Stimmung rund um Evonik hat sich deutlich abgekühlt. Zwar bestätigten Institute wie J.P. Morgan und Barclays zuletzt ihre neutralen Einschätzungen, doch die Analyse des Bankhauses Berenberg sorgt für Unruhe. Die Experten stuften die Aktie bereits Anfang Januar auf "Sell" herab und kürzten das Kursziel von 14,60 Euro auf nur noch 11,60 Euro.
Hintergrund dieser pessimistischen Haltung sind wachsende Preisdrücke im gesamten Produktportfolio, die laut Berenberg die Gewinnerwartungen für die Jahre 2026 und 2027 gefährden. Die Analysten haben ihre Prognosen für den Gewinn je Aktie entsprechend deutlich nach unten korrigiert: Für 2027 liegt die Schätzung nun fast 20 Prozent unter dem aktuellen Marktkonsens.
Sorgenkind Tierernährung
Im Zentrum der Kritik steht das Geschäft mit Methionin, einer Aminosäure für die Tierernährung. Dieses Segment trägt mit geschätzten 1,5 Milliarden Euro maßgeblich zum Umsatz bei. Analysten warnen jedoch vor einem strukturellen Verfall: Bis zum Jahr 2030 könnte dieser Bereich in eine wirtschaftlich problematische Kategorie margenschwacher Chemikalien abrutschen.
Diese fundamentale Skepsis spiegelt sich auch im Chartbild wider. Mit einem Schlusskurs von 13,04 Euro notiert das Papier nur noch rund 1,6 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 12,83 Euro. Der RSI-Indikator von 15,8 signalisiert zwar eine stark überverkaufte Situation, deutet aber gleichzeitig auf den massiven Verkaufsdruck der letzten Wochen hin. Auf Jahressicht summieren sich die Verluste mittlerweile auf über 26 Prozent.
China und die fehlende Erholung
Erschwerend kommt das schwierige Marktumfeld hinzu. Der europäische Chemiesektor leidet unter einer Kapazitätsauslastung nahe historischer Tiefstände. Eine schnelle Besserung ist laut Barclays-Experte Alex Sloane nicht zu erwarten. Für 2026 prognostiziert er weiterhin schleppende Absatzvolumina und schwache Preistrends.
Ein wesentlicher Faktor bleibt dabei China: Die dortige Immobilienkrise drückt auf die Nachfrage, während chinesische Chemieunternehmen gleichzeitig mit ihren Überkapazitäten auf den europäischen Markt drängen. Ob die Versuche der Pekinger Regierung, diese Überproduktion einzudämmen, Erfolg haben werden, ist derzeit nicht absehbar.
Berenberg-Analysten gehen davon aus, dass das Management von Evonik gezwungen sein wird, auf diese Gemengelage mit schmerzhaften Maßnahmen zu reagieren. Sollten sich die strukturellen Gegenwinde nicht legen, könnten neben dem Verkauf von Unternehmensteilen auch signifikante Dividendenkürzungen notwendig werden, um die Bilanz zu stabilisieren.
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