Während Evonik in China einen Durchbruch in der Medizintechnik feiert, warnt die Deutsche Bank vor einer möglichen Dividendenkürzung. Der Spezialchemie-Konzern kämpft mit schwachen Quartalszahlen – und könnte erstmals seit Jahren seine Ausschüttungspolitik überdenken müssen.

Die wichtigsten Fakten:

  • NMPA-Zulassung für 3D-gedrucktes Schädelimplantat in China erteilt
  • Deutsche Bank prognostiziert operatives Ergebnis 5% unter Vorjahr
  • Analysten halten Dividendenkürzung oder -aussetzung für möglich
  • Morgan Stanley stuft von "Underweight" auf "Equalweight" hoch

Innovation aus Fernost – Sorgen aus Frankfurt

Am Dienstag meldete Evonik einen regulatorischen Erfolg: Die chinesische Arzneimittelbehörde NMPA hat ein Schädelimplantat auf Basis des Hochleistungspolymers VESTAKEEP Fusion zugelassen. Das vom Partner Tianjin Cone Medical gefertigte Produkt ist das erste seiner Art in China, das im FDM-3D-Druckverfahren hergestellt wird. Das verwendete PEEK-Material soll das Einwachsen von Knochenzellen fördern – ein strategisch wichtiger Schritt für den asiatischen Medizintechnik-Markt.

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Doch die Freude währte kurz. Zeitgleich veröffentlichte die Deutsche Bank eine Einschätzung, die aufhorchen lässt: Die Analysten bestätigten zwar ihr "Hold"-Rating, warnten jedoch explizit vor einem schwachen vierten Quartal. Noch gravierender: Sie halten es für denkbar, dass Evonik die Dividende vorübergehend kürzen oder ganz aussetzen könnte, um die Bilanz zu entlasten.

Belastete Margen treffen auf Transformation

Die Warnung trifft einen Nerv. Evonik galt lange als verlässlicher Dividendenzahler im Chemiesektor. Sollte das Management tatsächlich zur Kürzung greifen, wäre dies ein Bruch mit der bisherigen Kontinuität. Der Hintergrund: Schwache Industrienachfrage und hohe Energiekosten belasten die Margen im klassischen Chemiegeschäft erheblich. Mit der neuen Einheit SYNEQT versucht der Konzern gegenzusteuern und Komplexität abzubauen – doch diese Maßnahmen brauchen Zeit.

Morgan Stanley hatte bereits am Montag die Aktie von "Underweight" auf "Equalweight" angehoben. Die US-Analysten sehen die Risiken mittlerweile als eingepreist an, reduzierten allerdings ihre Bewertungsgrundlage. Diese Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten in Zukunftsmärkten und finanzieller Vorsicht sorgt für Unsicherheit.

Entscheidende Wochen stehen bevor

In den kommenden Wochen wird Evonik die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen. Dann zeigt sich, ob die Befürchtungen der Deutschen Bank berechtigt sind. Charttechnisch verteidigt die Aktie derzeit die Unterstützung bei 13,20 Euro. Ein Ausbruch über 13,60 Euro wäre nötig, um das Chartbild aufzuhellen – bis zur Klärung der Dividendenfrage dürfte die Volatilität jedoch erhöht bleiben.

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