Evonik steckt in einem perfekten Sturm aus Preisverfall, schwacher Nachfrage und wachsender Konkurrenz fest. Nun erhöhen Analysten den Druck massiv und warnen Anleger davor, die optisch günstige Bewertung als Einstiegschance misszuverstehen. Ist die hohe Dividendenrendite lediglich eine Falle in einem strukturell angeschlagenen Markt?

  • Berenberg stuft auf "Sell" herab
  • Kursziel drastisch auf 11,60 Euro gesenkt
  • Chinesische Überkapazitäten belasten Kerngeschäft

Warnsignale aus dem "ChemCast"

Das Bankhaus Berenberg sieht schwarz für den Spezialchemiekonzern. Anfang Januar drehten die Experten das Rating von "Hold" auf "Sell" und rasierten das Kursziel von 14,60 auf nur noch 11,60 Euro. Begründet wird dieser Schritt mit Daten aus dem hauseigenen KI-Tool "ChemCast", das bei sieben von zehn Preisindikatoren negative Signale liefert. Nach den Preisanstiegen der Vorjahre befindet sich Evonik nun in einer deflationären Phase, was die Margen empfindlich trifft. Für die Jahre 2026 und 2027 liegen die EBITDA-Prognosen der Bank bereits deutlich unter dem Marktkonsens.

Das China-Problem beim Methionin

Besonders das Geschäft mit der Aminosäure Methionin, einem wichtigen Zusatz für Tierfutter, bereitet massive Sorgen. China baut hier derzeit aggressive Überkapazitäten auf, die bis Anfang der 2030er Jahre das globale Angebot um über 50 Prozent erhöhen könnten. Laut Berenberg übersteigt die dortige Kapazität die Inlandsnachfrage bereits um das 2,5-Fache. Selbst optimistische Szenarien lassen kaum Raum für Preiserholungen. Dieser strukturelle Gegenwind dürfte das Ergebnis des Essener Konzerns langfristig belasten.

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Zahlen bestätigen den Abwärtstrend

Die finanzielle Lage spiegelt diese fundamentalen Probleme wider. Im dritten Quartal 2025 brach das bereinigte EBITDA um 22 Prozent ein, während der Umsatz um 12 Prozent zurückging. An der Börse wurde die Aktie entsprechend abgestraft: Am 20. Januar markierte das Papier bei 12,62 Euro ein neues 52-Wochen-Tief.

Zwar notiert der Kurs zum Wochenstart bei 13,23 Euro leicht über diesem Tiefpunkt, doch der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von über 40 Prozent verdeutlicht die Skepsis der Investoren. Auch ein extrem niedriger RSI-Wert von 15,8, der technisch auf eine überverkaufte Situation hindeutet, konnte bisher keine nachhaltige Gegenbewegung auslösen.

Trügerische Dividendenrendite?

Die aktuelle Dividendenrendite von rund 9 Prozent wirkt auf den ersten Blick attraktiv, könnte sich jedoch als trügerisch erweisen. Während der Markt noch mit einer Ausschüttung von 1,17 Euro kalkuliert, sehen Analysten das Risiko einer Kürzung, um die Bilanz zu schonen. Auch Produktneuheiten wie der kürzlich vorgestellte recycelte Kunststoff für den Brillenmarkt können die strukturellen Defizite kaum ausgleichen. Experten fordern stattdessen radikalere Schritte wie eine Aufspaltung der Geschäftsbereiche.

Klarheit über den weiteren Kurs wird der Jahresfinanzbericht am 4. März 2026 bringen. Bis dahin bleibt das Risiko hoch, dass sich die Kluft zwischen dem Analystenkonsens von 15,56 Euro und den pessimistischen Szenarien der Bären weiter vergrößert.

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