Ein böses Erwachen gab es am Wochenende für die Anteilseigner des Spezialchemiekonzerns. Ausgerechnet JPMorgan, bisher einer der letzten verbliebenen Optimisten für das Essener Unternehmen, hat seine Einschätzung radikal revidiert und das Kursziel massiv zusammengestrichen. Nun stellen sich Anleger die bange Frage: Ist diese Kapitulation das finale Warnsignal für einen weiteren Absturz oder paradoxerweise der Beginn einer Bodenbildung?

JPMorgan zieht die Reißleine

Die Stimmung zum Wochenstart ist denkbar schlecht. Am Samstag vollzog die US-Großbank eine drastische Kehrtwende: Die Einstufung wurde von „Overweight“ auf „Neutral“ gesenkt. Doch viel schmerzhafter wiegt die Rasur des Kursziels. Die Analysten strichen ihre Prognose um satte 30 Prozent zusammen – von ehemals 20,00 Euro auf nur noch 14,00 Euro.

Damit signalisiert nun auch eine der einflussreichsten Stimmen an der Wall Street, dass das Aufwärtspotenzial kaum noch vorhanden ist. Diese Kapitulation der „Bullen“ wiegt schwerer als die operativen Fortschritte, die Evonik zeitgleich aus Belgien meldete. Die Modernisierung der MetAmino-Logistik in Antwerpen, die Lieferketten für Tiernahrung effizienter machen soll, verpufft angesichts der skeptischen Marktstimmung fast vollständig.

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Kampf gegen den Abgrund

Die Herabstufung ist kein isoliertes Ereignis, sondern bestätigt die pessimistische Haltung, die weite teile des Marktes gegenüber der deutschen Chemiebranche eingenommen haben. Evonik steht nun im Kreuzfeuer der Experten:

  • JPMorgan: Senkung auf „Neutral“, Ziel 14,00 € (zuvor 20,00 €).
  • Goldman Sachs: Beharrt auf „Sell“ mit einem tiefen Kursziel von 11,60 €.
  • Deutsche Bank: Votiert mit „Hold“ und einem Ziel von 13,00 € – ein Niveau, das bereits unter dem aktuellen Kurs liegt.

Der charttechnische Schaden ist immens. Mit einem Schlusskurs von 13,27 Euro notiert die Aktie gefährlich nahe an ihrem 52-Wochen-Tief von 13,05 Euro. Der Abstand zu dieser kritischen Unterstützung beträgt nur noch hauchdünne 1,69 %.

Überverkauft oder fundamental gerechtfertigt?

Ein Blick auf die technischen Indikatoren verrät jedoch, wie extrem die Panik mittlerweile ist. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei extrem niedrigen 15,8 Punkten. Ein solcher Wert deutet auf eine massive Überverkauft-Situation hin, die in der Vergangenheit oft kurzfristige Gegenbewegungen auslöste.

Dennoch bleibt die Lage prekär. Seit Jahresanfang hat das Papier über 20 % an Wert verloren. Sollte die psychologisch und charttechnisch wichtige Marke von 13,00 Euro in den kommenden Tagen fallen, betritt die Aktie technisches Neuland. Da unterhalb dieser Zone keine historischen Unterstützungen existieren, droht eine dynamische Preisfindung nach unten. Anleger müssen nun genau beobachten, ob die Aufgabe des letzten großen Optimisten den finalen Ausverkauf markiert oder ob die Bären den Kurs in die Einstelligkeit drücken.

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