Eutelsat Aktie: LEO-Auftrag stärkt Story
Eutelsat setzt den Ausbau seines OneWeb-Netzwerks mit einem Großauftrag an Airbus fort und festigt damit die Rolle als einziger europäischer Betreiber eines voll funktionsfähigen LEO-Netzes. Der Schritt soll die Betriebskontinuität der Konstellation sichern und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten eröffnen – vor allem im professionellen B2B-Geschäft.
Für Anleger stellt sich die Frage: Wie gut passt dieser strategische Fortschritt zur weiterhin angespannten Ergebnislage?
Großauftrag für OneWeb-Konstellation
Eutelsat hat Airbus Defence and Space mit dem Bau von 340 weiteren OneWeb-Satelliten für die niedrige Erdumlaufbahn beauftragt. Gemeinsam mit den bereits im Dezember 2024 bestellten 100 Einheiten erhöht sich das Gesamtvolumen damit auf 440 Satelliten.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Fertigung der neuen Serie im Airbus-Werk in Toulouse auf einer neuen Produktionslinie
- Auslieferungsstart ab Ende 2026
- Einsatz primär zum Ersatz auslaufender Satelliten und zur Sicherung der Betriebskontinuität
- Zusätzliche technische Optionen für neue Geschäftsfelder
Die Satelliten der neuen Generation erhalten unter anderem fortschrittliche digitale Kanalisierer für eine verbesserte Bordverarbeitung, eine optimierte Architektur für langfristige Performance sowie Kapazitäten für gehostete Nutzlasten. Diese Funktionen eröffnen potenziell zusätzliche Erlösquellen über klassische Konnektivitätsdienste hinaus und sollen zugleich Effizienz und Flexibilität im Betrieb erhöhen.
Starke Position im LEO-Markt
Die OneWeb-Konstellation umfasst derzeit mehr als 600 Satelliten in 12 synchronisierten Orbitalebenen in rund 1.200 Kilometern Höhe. Das System ermöglicht globale Breitbandverbindungen mit niedriger Latenz und adressiert damit Anwendungen, bei denen herkömmliche GEO-Satelliten an Grenzen stoßen.
Eutelsat betreibt eines von weltweit nur zwei voll funktionsfähigen LEO-Netzwerken und ist in diesem Feld der einzige europäische Anbieter. Damit verfügt das Unternehmen über eine strategisch bedeutende Infrastruktur, insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Anforderungen an sichere und souveräne Konnektivität.
CEO Jean-François Fallacher verwies im Kontext des Auftrags auf ein Umsatzwachstum von 80 Prozent im Jahr 2025 im LEO-Segment. Die neue Bestellung wird als Bestätigung dieses dynamischen Wachstumskurses gewertet. Airbus wiederum unterstrich die mehr als 30-jährige Partnerschaft der beiden Unternehmen.
Kennzahlen: Wachstum trifft Verlust
Trotz der positiven Signale aus dem LEO-Geschäft bleibt die finanzielle Situation anspruchsvoll. Die Aktie notiert derzeit bei rund 1,92 Euro, was einer Marktkapitalisierung von etwa 900 Millionen Euro entspricht.
Die jüngsten veröffentlichten Kennzahlen zeigen folgendes Bild:
- Jahresumsatz: 1,24 Milliarden Euro
- Adjusted EBITDA: 676,2 Millionen Euro
- EBITDA-Marge: 54,4 Prozent
- Bruttomarge: 80,6 Prozent
- Nettoverlust: 1,08 Milliarden Euro
- Eigenkapitalrendite: -33,7 Prozent
Operativ erwirtschaftet Eutelsat weiterhin hohe Margen, gleichzeitig belastet der deutliche Nettoverlust die Profitabilität und Kapitalrendite. Das Verhältnis von starker Bruttomarge und negativem Ergebnis verdeutlicht den Anpassungsdruck im Übergang vom klassischen Satellitengeschäft hin zu LEO-basierten Diensten.
Die nächste Bewährungsprobe folgt mit den anstehenden Quartalszahlen am 13. Februar 2026. Auf Analystenseite haben Deutsche Bank und JPMorgan ihre Einstufungen zuletzt auf „Hold“ angehoben. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 2,69 Euro spürbar über dem aktuellen Kursniveau, signalisiert aber zugleich eine abwartende Haltung ohne klare Wachstumsprämie.
Fokus auf professionellen B2B-Markt
Mit OneWeb konzentriert sich Eutelsat vollständig auf professionelle B2B-Kunden. Zu den adressierten Bereichen zählen sowohl feste als auch mobile Konnektivitätslösungen sowie Regierungsdienste. Besonders gefragt sind dabei Angebote für kritische Infrastrukturen und sicherheitsrelevante Anwendungen, bei denen LEO-Netze ihre Stärken bei Latenz und Verfügbarkeit ausspielen können.
Die Kombination aus technologischem Ausbau der Konstellation, wachsendem Bedarf an LEO-Kapazitäten und klarer Ausrichtung auf professionelle Nutzer bildet den Kern der aktuellen Strategie. Entscheidend wird nun, in welchem Umfang diese Positionierung über die kommenden Quartale hinweg genügend Deckungsbeitrag liefert, um die bestehende Verlustsituation schrittweise zurückzuführen.
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