Eutelsat liefert im ersten Halbjahr 2025/26 ein gemischtes Bild: Das LEO-Geschäft wächst kräftig, während das klassische Video-Segment weiter schrumpft. Gleichzeitig hat der Satellitenbetreiber seine Finanzierung neu geordnet und die Bilanzkennzahlen deutlich verbessert. Doch wie stabil ist der Kurs, wenn der geplante Infrastruktur-Verkauf ausfällt?

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:
- LEO-Erlöse steigen um rund 60% auf 110,5 Mio. Euro
- Video-Erlöse fallen um 12,3% auf 266,5 Mio. Euro
- Bereinigte EBITDA-Marge sinkt auf 52,1% (Vorjahr: 55,2%)
- Nettoverschuldung bei 1,3 Mrd. Euro, Net Debt/EBITDA verbessert auf 2,0x
- 340 neue LEO-Satelliten bei Airbus bestellt (insgesamt 440 inkl. früherer Order)

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Wachstum kommt aus dem Orbit – Video bleibt Bremsklotz

Der Wachstumstreiber bleibt klar das LEO-Segment (Low Earth Orbit): Die Erlöse legten auf 110,5 Mio. Euro zu und machen inzwischen mehr als ein Drittel der Connectivity-Umsätze aus. Auch die drei Connectivity-Bereiche entwickelten sich positiv: Fixed Connectivity wuchs auf 132,1 Mio. Euro (+17,2%), Mobile Connectivity auf 76,6 Mio. Euro (+8,5%) und Government Services auf 98,6 Mio. Euro (+7,7%).

Auf der anderen Seite setzt sich der Rückgang im Video-Geschäft fort. Die Video-Erlöse sanken auf 266,5 Mio. Euro. Eutelsat nennt als Gründe zusätzliche Sanktionen gegen russische Sender sowie den strukturellen Trend in einem reifen Markt.

Beim Ergebnis zeigt sich der Gegenwind: Die bereinigte EBITDA-Marge ging auf 52,1% zurück. Laut Unternehmen wirkten hier insbesondere der Video-Mix und der Sanktions-Effekt belastend.

Refinanzierung und Satelliten-Order – aber Verkauf platzt

Finanziell meldet Eutelsat klare Fortschritte: Die Nettoverschuldung liegt bei 1,3 Mrd. Euro, das Verhältnis Net Debt/EBITDA verbesserte sich auf 2,0x (Vorjahr: 3,92x). Als Bausteine nennt das Unternehmen unter anderem eine Kapitalerhöhung über 1,5 Mrd. Euro, Rating-Hochstufungen sowie rund 1 Mrd. Euro an Export Credit Agency-Finanzierung mit französischer Staatsgarantie (bekanntgegeben am 11. Februar).

Operativ setzt Eutelsat zudem auf Kontinuität im OneWeb-Netz: Bestellt wurden 340 neue LEO-Satelliten bei Airbus Defence and Space, zusammen mit einer früheren Order sind es 440 Einheiten. Ziel ist es, ältere Satelliten am Lebensende zu ersetzen und die Einsatzfähigkeit der Konstellation zu sichern.

Ein Dämpfer kommt dagegen von der Deal-Seite: Der geplante Verkauf passiver Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure kam nicht zustande. Die erwarteten Nettoerlöse von rund 550 Mio. Euro fallen damit weg. Eutelsat betont zwar, das beeinträchtige die Finanzierung der Strategie nicht – allerdings passt der Konzern die Verschuldungs-Erwartung an: Zum Geschäftsjahresende wird nun rund 2,7x Net Debt/EBITDA angepeilt statt 2,5x.

Ausblick bestätigt, Marge leicht darunter

Eutelsat bestätigte die Ziele für 2025/26: Die Erlöse der vier operativen Bereiche sollen auf Vorjahresniveau liegen, das LEO-Umsatzwachstum wird weiter mit rund 50% erwartet. Die bereinigte EBITDA-Marge soll leicht unter Vorjahr ausfallen, die Investitionen sind mit rund 900 Mio. Euro angesetzt.

Für 2028/29 stellt das Unternehmen 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro Umsatz in Aussicht und hebt die langfristige EBITDA-Margen-Prognose auf mindestens 65% an. Konkreter nächster Prüfstein bleibt damit, ob das hohe LEO-Wachstum die anhaltende Schwäche im Video-Geschäft wie geplant kompensieren kann – bei gleichzeitig hohen Investitionen.

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