Der Satellitenkonzern Eutelsat hat die größte Kapitalerhöhung seiner Unternehmensgeschichte abgeschlossen – und das mit deutlicher Überzeichnung. 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital fließen in den Ausbau des LEO-Geschäfts und die Entschuldung. Gleichzeitig verschiebt sich die Aktionärsstruktur fundamental: Staatliche Investoren dominieren künftig das Unternehmen.

Die Bezugsrechtsemission über 670 Millionen Euro wurde mit einer Quote von 133% überzeichnet. 496,1 Millionen neue Aktien gingen zu 1,35 Euro je Stück an die Anteilseigner – 96% davon im Rahmen des Bezugsrechts. Die Gesamtnachfrage lag bei rund 892 Millionen Euro.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Eutelsat?

Die wichtigsten Investoren:

  • Französischer Staat: 749 Millionen Euro
  • Britische Regierung: 163 Millionen Euro
  • CMA CGM Participations: 150 Millionen Euro
  • Bharti Space: 150 Millionen Euro

Staatliche Kontrolle wächst massiv

Die Kapitalmaßnahme stärkt die Position europäischer Regierungen erheblich. Der französische Staat baut seine Beteiligung deutlich aus und unterstreicht damit die strategische Bedeutung von Eutelsat für die europäische Souveränität im Weltraum. Mit dem frischen Kapital sollen Investitionen von rund 4 Milliarden Euro zwischen 2026 und 2029 finanziert werden.

Die Verschuldungsquote soll zum Ende des Geschäftsjahres 2025-26 auf etwa 2,5x EBITDA sinken. Aktuell liegt der Auftragsbestand stabil bei 3,5 Milliarden Euro.

LEO boomt, GEO schwächelt

Die operativen Zahlen im ersten Quartal 2025-26 zeigen ein gespaltenes Bild: Das LEO-Segment legte um 70,7% auf 54 Millionen Euro zu. Das klassische GEO-Geschäft schrumpfte dagegen um 10,1%.

Der Gesamtumsatz der vier Segmente erreichte 283 Millionen Euro – ein leichter Rückgang von 1,2% auf vergleichbarer Basis. Die Video-Sparte, die noch 47% der Erlöse ausmacht, verlor 10,5%. Verantwortlich dafür sind der säkulare Markttrend weg von klassischem Satellitenfernsehen sowie neue Russland-Sanktionen.

Afrika-Expansion läuft

Eutelsat meldet einen neuen Vertrag in Gabun: In Kooperation mit Airtel Gabon wird die OneWeb-LEO-Konnektivität auf Personenzügen ausgerollt. Das Projekt ist Teil einer nationalen Digitalisierungsinitiative der gabunischen Regierung und erweitert die Präsenz des Konzerns in Afrika.

Die mittelfristigen Ziele bleiben unverändert: Umsätze zwischen 1,5 und 1,7 Milliarden Euro bis Ende 2028-29 bei einer EBITDA-Marge von mindestens 60%. Das Connectivity-Segment macht bereits 58% des Auftragsbestands aus – ein deutliches Signal für die strategische Neuausrichtung des Unternehmens.

Eutelsat-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eutelsat-Analyse vom 08. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Eutelsat-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eutelsat-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Eutelsat: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...