Rekordgewinn und drastische Dividendenkürzung — die Erste Group liefert mit dem Jahresbericht 2025 ein Bild voller Widersprüche. 3,5 Milliarden Euro Nettogewinn, so viel wie nie zuvor. Und trotzdem erhalten Aktionäre für 2025 statt 3,00 Euro nur noch 0,75 Euro je Aktie. Der Grund liegt in Wien, aber das Geld floss nach Warschau.

Sieben Milliarden Euro für Polen

Die Erste Group hat 2025 die größte Übernahme ihrer jüngeren Geschichte gestemmt: Für rund 7 Milliarden Euro sicherte sie sich einen 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska sowie 50 Prozent am Vermögensverwalter Santander TFI — vollständig aus Eigenmitteln finanziert. Das erklärt die Dividendenkürzung unmittelbar: Weil die Übernahme aus einbehaltenen Gewinnen bezahlt wurde, sinkt die Ausschüttungsquote von 50–55 Prozent auf rund 10 Prozent.

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Das operative Fundament bleibt dabei stark. Das Kreditvolumen wuchs um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro, der Zinsüberschuss kletterte auf 7,8 Milliarden Euro. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) lag bei 16,6 Prozent, die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 19,3 Prozent — Kapitalstärke, die die Transaktion erst ermöglichte.

Integration und Ausblick

Die Umstellung läuft: Rund 485 Filialen und 1.400 Geldautomaten sollen auf „Erste Bank Polska" umgeflaggt werden, das Rebranding startet im zweiten Quartal. In die Zahlen fließt Polen erstmals mit dem Q1-Bericht am 30. April 2026 ein — dann wird sichtbar, wie stark die Übernahme Ergebnis und Kapitalquote tatsächlich belastet. Geplant sind allein 180 Millionen Euro Integrationsaufwand sowie ein CET1-Rückgang von rund 460 Basispunkten durch die Erstkonsolidierung.

Für 2026 peilt das Management einen bereinigten Nettogewinn von über 4 Milliarden Euro und eine RoTE von rund 19 Prozent an — ein Gewinnwachstum je Aktie von mehr als 20 Prozent. Dazu kommen regulatorische Abgaben und Bankensteuern von rund 450 Millionen Euro, vor allem in Ungarn und Rumänien.

Die Aktie hat den Kursrückgang der vergangenen Wochen deutlich gespürt und notiert mit einem Abstand von gut 18 Prozent unter ihrem Anfang Februar markierten 52-Wochen-Hoch von 111 Euro. Der Quartalsbericht Ende April wird zeigen, ob die Polen-Integration die ambitionierten Ziele trägt — und ob die Dividende ab 2027 wieder steigt.

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